Fahrschulbetrieb

Veränderungen brauchen eine Kraft, die sie antreibt – Sie als Fahrschulunternehmer/in mit Drive!

Die Fahrschulen sind in Österreich zuständig für die Führerscheinausbildung und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr. Berücksichtigt man die Lkw-, Bus- und Traktorausbildung, werden jährlich 150.000 Führerscheine erteilt. Die Anzahl der Fahrschulen ist steigend. Bedingt durch die rasante technologische Entwicklung der Fahrzeugbranche – Stichwort selbstfahrende Autos - stehen die Fahrschulen derzeit jedoch vor großen Veränderungen. Dafür braucht es Fahrprofis mit Unternehmergeist, die diese Veränderungen mitgestalten wollen.

Trends und Wandel in der Branche

Die Entwicklungen in der Fahrschulbranche sind derzeit so spannend wie nie. Branchenexperten sind sich zwar sicher, dass das Kerngeschäft der Fahrschulen – das Fahren Lehren – langfristig erhalten bleiben wird, ihr Geschäftsmodell wird sich jedoch in hohem Maße ändern. Die Fahrschule der Zukunft muss sich an mehrere Trends anpassen: zum einen an eine neue Mobilität, bei der nicht mehr das Auto im Mittelpunkt steht (Konkurrenz durch Carsharing, Linienfernbusse etc.), zum andern an die neue digitale Kommunikation, die den Kontakt mit Interessenten, Kunden und Fahrschülern betrifft. Zunehmend digitalisiert wird auch der Unterricht in der Fahrschule ablaufen. Das Anforderungsprofil an die Fahrlehrer wird in den nächsten Jahren weit umfangreicher werden. Erfolgreiche Fahrschul-Unternehmen werden daher in der Zukunft verstärkt in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren.

Berufsaussichten

Fahrschulinhaber, die eine umfassende Kompetenz im Bereich der neuen Mobilität anbieten und neue Zielgruppen erschließen, werden sich langfristig erfolgreich am Markt positionieren können. Die Fahrschule der Zukunft versteht sich nicht mehr als reiner Ort zum Führerscheinerwerb, sondern als Mobilitätsschule bzw. als Kompetenzzentrum für individuelle Mobilität. Eine spannende Herausforderung mit interessanten Karriereaussichten für alle Fahrkönner, die mit einem eigenen Unternehmen den Wandel in der Branche aktiv mitgestalten möchten!

Bildungspfad Fahrschulbetrieb im Detail

Der klassische Weg zum Fahrschulinhaber verläuft zunächst über die Ausbildung zum und Praxis als Fahrlehrer sowie anschließend über die Tätigkeit als Fahrschullehrer.

Die Ausbildung zum Fahrlehrer an der Fahrlehrerakademie setzt einen Führerschein-Besitz und eine Führerschein-Fahrpraxis von mehr als 3 Jahren voraus, ebenso Unbescholtenheit. Das Basisseminar für die Klasse B und alle anderen Klassen umfasst 285 Stunden theoretische und 60 Stunden praktische Ausbildung sowie Zusatzausbildungen für die Klassen A, C, D, E und F. Diese 6-monatige Ausbildung schließt mit der Lehrbefähigungsprüfung zum Fahrlehrer ab. Wer nicht nur praktischen Fahrunterricht im Auto, sondern auch theoretischen Unterricht im Schulungsraum geben möchte, kann im nächsten Schritt die Ausbildung zum Fahrschullehrer absolvieren.

Für Fahrschullehrer sind die Zulassungsvoraussetzungen für die Lehrbefähigungsprüfung weitgehend ident mit denen, die für Fahrlehrer gelten. Sie müssen aber zusätzlich ein Reifezeugnis oder 5 Jahre Praxis als Fahrlehrer während der letzten 8 Jahre, wovon mindestens 1 Praxisjahr unmittelbar vor Einbringen des Antrages erforderlich ist, nachweisen können. Das Basisseminar für Fahrschullehrer hat einen umfangreicheren Theorieteil – es sieht 330 Theorie- und 60 Praxisstunden vor und schließt nach einem halben Jahr ebenfalls mit einer Lehrbefähigungsprüfung ab. 

Die Voraussetzungen für den Betrieb einer Fahrschule sind zunächst die österreichische oder EWR-Staatsbürgerschaft, das vollendete 27. Lebensjahr und Vertrauenswürdigkeit. Erforderlich sind weiters ein Reifeprüfungszeugnis von einer HTL für Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik oder Elektronik, der Besitz der Fahrschullehrer-Berechtigung seit mehr als 3 Jahren, der Tätigkeitsnachweis als Fahrschullehrer (mehr als 3 Jahre bei einem Diplom in den o.g. Fächern bzw. 5 Jahre in den vergangenen 10 Jahren), sowie eine mehr als 1-jährige Fahrpraxis als Fahrschullehrer. Künftige Fahrschulinhaber müssen ebenso die Basisausbildung für die Klassen B, A, C, D, E oder F nachweisen, wirtschaftlich leistungsfähig sein und den Fahrschulbetrieb persönlich leiten. Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, erteilt die Behörde (BH oder Magistrat) eine Fahrschulbewilligung.

 

Mit diesen Eigenschaften sind Sie als Fahrschulinhaber bestens geeignet:

  • Betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • technische Fähigkeiten
  • didaktische Fähigkeiten
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Kundenorientierung

 

Ihr Start in den BildungspfadIhr Start in den Bildungspfad

Je nach Ihrer beruflichen Vorerfahrung können Sie in die folgenden Stufen des Bildungspfads einsteigen:

Als Fahrlehrerin bzw. Fahrlehrer trainieren Sie mit Fahranfängern das Bedienen und Fahren von Personen-, Lastkraftfahrzeugen oder Motorrädern. Im praktischen Unterricht (Fahrstunden) begleiten Sie Ihre Schüler in den Ausbildungsfahrzeugen. Sie sind meistens auf einige Fahrzeugtypen spezialisiert. Zusätzlich zu den Führerscheinklassen für Motorrad, PKW, LKW und landwirtschaftliche Fahrzeuge unterrichten Sie auch die Bedienung von Sonderkraftfahrzeugen, Gefahrengutfahrzeugen oder Fahrzeugkranen. Fahrlehrer arbeiten in Fahrschulen oder auch in Automobilclubs, wo sie Fahrsicherheitstrainings abhalten.

Sie

  • führen Fahrstunden durch; erläutern die Fahrzeugbedienung und vermitteln die Fahr- und Einparktechniken,
  • trainieren die Handhabung der jeweiligen Fahrzeugtypen, z. B. von Motorrädern: einen Kreis fahren, in der Ebene, in der Steigung, im Gefälle anfahren und wenden usw.
  • führen Ausbildungsfahrten auf Bundes- oder Landstraßen, auf Autobahnen oder Kraftfahrzeugstraßen durch,
  • begleiten Fahrschülerinnen und Fahrschüler bei der Prüfungsfahrt,
  • führen Fahrsicherheitstrainings und Fahrtechnikschulungen durch.

Als Fahrschullehrerin bzw. Fahrschullehrer dürfen Sie zusätzlich zum praktischen auch den theoretischen Unterricht über technische Grundlagen und Verkehrsvorschriften in der Fahrschule abhalten.  

Sie

  • bereiten Ihre Schülerinnen und Schüler auf die theoretische Führerscheinprüfung vor,
  • erstellen einen Lehrplan,
  • bereiten den Unterricht mit entsprechenden Materialien und mit Medieneinsatz vor,
  • vermitteln die Verkehrsregeln und erläutern die technische Funktionsweise der Fahrzeuge.

Als Fahrschulinhaber/in können Sie als Ihr eigener Chef Ihr Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich und strategisch nachhaltig aus- und aufbauen.

Sie

  • stellen Räume, erforderliche Mittel für die beschäftigten Fahr(schul)lehrer/innen, Lehrbehelfe, Schulfahrzeuge und Übungsplatze zur Verfügung,
  • geben praktischen und theoretischen Unterricht,
  • motivieren Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sind für Ihr Unternehmen verantwortlich.
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