Kunststofftechnik

Beste Zukunftsaussichten: Seien Sie vorne dabei mit einer Karriere in der Kunststofftechnik!

Kunststoff begegnet uns in fast jedem Lebensbereich. Für die Herstellung von Kunststoffartikeln, Halbfabrikaten und Bauteilen sind die Kunststofftechniker/innen zuständig. Die Palette der Produkte reicht von Rohren, Folien, Schläuchen und diversen Verpackungen aus Kunststoff über Kunststoffteile für Bauzwecke, Geräte- und Maschinenteile (z.B. Gehäuse, Zahnräder, Scheiben), Sanitärartikel bis hin zu Bauteilen für Fahrzeuge und Flugzeuge.

Kunststofftechniker/innen sind Fertigungsprofis, die computergesteuerte Produktionsanlagen bedienen, steuern und programmieren. Ihre Aufgabengebiete sind anspruchsvoll und abwechslungsreich, gespickt mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung. Da Fachkräfte in diesem Bereich sehr stark nachgefragt werden, stehen Ihnen zahlreiche Karriereoptionen offen, wenn Sie sich für diesen Beruf entscheiden.

Trends und Wandel in der Branche

Kunststoffe sind ein vielseitiger und kostengünstiger Rohstoff, der unser modernes Leben prägt. Mit einem Nachteil: Kunststoffabfälle belasten die Umwelt stark. Viele Länder versuchen daher, dem Plastikmüllproblem mit zwei Strategien gegenzusteuern: Einerseits mit dem Aufbau einer Recycling-Infrastruktur, bei der viele Kunststoffarten zu hochwertigen Kunststoffpellets verarbeitet werden, aus denen wiederum neue Kunststoffprodukte hergestellt werden können. Diese Kunststoffe werden als post-consumer-recycelte (PCR) Materialien bezeichnet. Und andererseits mit der Entwicklung nachhaltiger, umwelt- und ressourcenschonender Materialien: Im Trend liegen hier Biokunststoffe, das sind Kunststoffe auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen, sowie biologisch abbaubare Kunststoffe. Verbund- oder Kompositwerkstoffe, die aus zwei Materialien zusammengesetzt werden und damit neue Eigenschaften haben, kommen immer stärker im boomenden Leichtbau zum Einsatz, der eine maximale Gewichtseinsparung zum Ziel hat.

In der Autoindustrie geht der Trend hin zu naturfaserverstärkten Kunststoffen, die vor allem für den PKW-Innenraum verwendet werden. Faser-Kunststoff-Verbindungen und hochfeste Polymere verdrängen zusehends Metalle, wodurch Gewicht eingespart wird. Leichtere Autos verbrauchen weniger Kraftstoff und stoßen dadurch weniger CO2 aus.

 

Berufsaussichten

In Österreich zählen rund 300 Betriebe zur kunststoffver- und bearbeitenden Branche. Die Branche entwickelt sich wirtschaftlich sehr positiv, daher sind die Jobaussichten für Kunststofftechniker/innen weiterhin ausgezeichnet. Eingesetzt werden diese hochqualifizierten Fachkräfte vor allem für die Planung und Überwachung der automatisierten Produktionsstraßen und im Bereich des Qualitätsmanagements.

Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in kunststoffproduzierenden und –verarbeitenden Betrieben, bei Zulieferbetrieben für die Automobil-, Elektro- und Maschinenbauindustrie, in der Verpackungsmittelindustrie, in Maschinenbauunternehmen mit Spezialisierung auf Kunststofftechnik, in der Chemischen Industrie und bei Behörden (Baubehörden, Ökologieinstitute, Gewerbe- und Industrievertretungen).

Bildungspfad Kunststofftechnik im Detail

Grafik Kunststoffstechnik

Nach dem erfolgreichen Abschluss der vierjährigen Lehre stehen Ihnen als Fachkraft für Kunststofftechnik gleich mehrere Karrierewege offen.

Ein möglicher Weg ist, sich anschließend in einer WIFI Fachakademie in 4 Semestern neben dem Beruf zum/zur Fachtechniker/in weiterzubilden. Die Fachakademien bereiten Sie auf eine Tätigkeit als technisch Verantwortliche/r in Betrieben der Kunststofftechnik und anderer technischer Branchen vor.

Danach können Sie sich weiter im Bereich der CNC-Technik*[1] spezialisieren. Die CNC-Ausbildungen sind in 3 Modulen aufgebaut: Im Modul CNC Maschinenbediener erhalten Sie eine Grundausbildung im Drehen und Fräsen und setzen sich anschließend mit dem Bedienen von CNC-Werkzeugmaschinen auseinander. Im Modul CNC-Fachmann eignen Sie sich vor allem Kenntnisse eines CAD/CAM-Systems an. Beide Ausbildungsmodule schließen Sie mit einer  Zertifizierungsprüfung ab.

Im Modul CNC-Fertigungstechnologe wiederum setzen Sie sich in 4 Expertenmodulen (Experte CNC Drehen, Experte CNC Fräsen, Experte CAM-Programmierung und Experte wirtschaftliche Fertigung) mit Spezialthemen der Zerspanungstechnik auseinander. Diese Ausbildung schließen Sie mit einem Diplom zum CNC-Fertigungstechnologen ab.

Wenn Ihre beruflichen Interessen in Richtung Naturwissenschaften gehen und Sie zusätzlich eine Affinität zu Marketing und Design verspüren, dann sollten Sie nach der Fachakademie die Berufsreifeprüfung ablegen (entsprechende Vorbereitungskurse bieten die WIFIs an) und Ihre Bildungskarriere mit dem Bachelor-Studium Verpackungstechnologie krönen. Dieses 3-jährige Studium schließt mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science in Engineering“ (Bsc) ab.

Eine andere Option könnte für Sie sein, nach dem Lehrabschluss die Werkmeisterschule für Kunststofftechnik zu absolvieren. In dieser 2-jährigen Ausbildung entwickeln Sie sich beruflich zum / zur Experten / Expertin in der Fertigung weiter, eignen sich aber auch Kompetenzen zur Führung eines Unternehmens und Business-Skills wie Schriftverkehr, Recht und ähnliches an. Als Kunststofftechnik-Werkmeister/in stehen Ihnen anschließend die gleichen Karrierewege offen wie den Fachtechniker/inne/n – also die Weiterqualifizierung zur / zum CNC-Expertin / CNC-Experten oder die Hochschulausbildung in der Verpackungstechnologie.

Der Gang an die Universität ist für Sie aber auch dann möglich, wenn Sie nach der Lehrausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung zuerst die Meisterprüfung und danach die Studienberechtigungsprüfung ablegen.

Eigenschaften des Berufs

Wichtige Voraussetzungen für den Beruf des/der Kunststofftechnikers/Kunststofftechnikerin sind:

  • guter Tastsinn für die Prüfung der Oberflächen von Kunststoffprodukten,
  • gutes Sehvermögen für die Sichtprüfung,
  • Gutes räumliches Vorstellungsvermögen, da die Produkte zunächst als technische Zeichnung vorliegen,
  • Technisches Verständnis für die schnelle Behebung von Störungen,
  • Hohe Lernbereitschaft aufgrund der ständigen Entwicklung neuer Kunststoffe und Maschinen.

 

[1] CNC-Maschinen (Computerized Numerical Control) sind Werkzeugmaschinen, die durch den Einsatz von Steuerungstechnik in der Lage sind, Werkstücke mit hoher Präzision auch für komplexe Formen automatisch herzustellen.

 

Ihr Start in den Bildungspfad

 

Ihr Start in den Bildungspfad

Mit diesen Ausbildungen sind Sie gut unterwegs zu Ihrem Karriereziel:

 

 

Kunststofftechniker/innen arbeiten im Bereich der Kunststofferzeugung z. B. an der Planung von Anlagen und Maschinen zur Kunststoffverarbeitung und Produktfertigung. Im Bereich der chemisch-physikalischen Werkstoffkunde beschäftigen sie sich mit Qualitätsprüfungen oder der Auswahl geeigneter Kunststoffe für bestimmte Anwendungen. Sie arbeiten außerdem an der Entwicklung bestimmter Bauteile aus Kunststoff oder Verbundstoffen (Verbundstoffe sind Verbindungen von Kunststoffen mit anderen Werkstoffen wie Metallen,  Keramik, Textilien, Glas). Bei der Planung und Konstruktion von kunststoffverarbeitenden Maschinen und Anlagen entwerfen und planen sie die einzelnen Anlagenteile und berechnen die optimale Kapazitätsausnutzung und Fertigungsplanung. Im Bereich der Produktion entwickeln sie Verfahren zur Verarbeitung von Rohstoffen zu Halbzeugen wie Platten, Folien, Rohren, Profilen usw.

Weitere Arbeitsgebiete sind das Prüfen und Testen von Kunststoffmaterialien vor ihrer Verarbeitung sowie die Qualitätskontrolle und Testung von fertigen Produkten. 

Sie

  • entwickeln und erproben neue Kunststoffwerkstoffe, Verarbeitungstechniken und -verfahren
  • werten Mess- und Versuchsergebnisse aus und dokumentieren sie,
  • wirken bei der Entwicklung von Produkten für den Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau, Flugzeugbau etc. mit,
  • planen, entwickeln, testen und stellen kunststoffbe- und -verarbeitende Maschinen und Produktionsanlagen ein,
  • führen die Produktionsplanung und Produktionsvorbereitung durch,
  • prüfen, warten, reparieren Vorrichtungen und Steuerungselemente wie z. B.  Hydraulik, Pumpensysteme, Förderbänder, Kühlanlagen,
  • testen und setzen neue Fertigungsverfahren ein, steuern und überwachen Produktionsprozesse,
  • führen die Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung durch,
  • arbeiten betriebliche, nationale und internationale Normen aus, legen Sicherheitsstandards, Qualitätsstandards fest,
  • führen technische Beratungen für Kund/inn/en und Servicearbeiten im Außendienst durch,
  • besuchen Fachtagungen und Messen.

 

Fachtechniker/innen haben sich in einer Fachakademie auf eine berufliche Position als Spezialist/in und Führungskraft im technischen Bereich vorbereitet. Sie verbinden die Funktion des / der Fachexperten / Fachexpertin mit Management- und Führungsaufgaben. Sie verfügen über wichtige Fertigkeiten wie

  • Bereichsübergreifendes Denken und Handeln,
  • Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge,
  • Entscheidungsfähigkeit und Selbstständigkeit,
  • Leitung komplexer technischer Projekte,
  • Leitung von technischen Abteilungen,
  • Ausbildung von Lehrlingen.

 

Als Werkmeister/in für Kunststofftechnik qualifizieren Sie sich ebenfalls für Führungsebenen in Industrie- und Gewerbebetrieben.

Sie

  • bewältigen Aufgaben der Planung, Organisation und Kontrolle auf Ihrem Fachgebiet selbständig
  • können Meistertätigkeiten im Betrieb wahrnehmen,
  • sind berechtigt, Lehrlinge auszubilden,
  • führen und unterstützen Mitarbeiter/innen nach modernen Managementmethoden,
  • haben umfassende Kompetenzen im Bereich der Kunststofftechnik.

 

Als Führungskräfte sorgen Meister/innen für Kunststofftechnik für den reibungslosen Ablauf der Produktion von Halbzeugen (Vorprodukten) bzw. Endprodukten aus Kunststoff.

Sie haben folgende Aufgaben:

Sie

  • planen und koordinieren die Produktionsabläufe,
  • organisieren die rechtzeitige Bereitstellung der Rohmaterialien und Werkzeuge,
  • stellen die erforderliche Betriebsbereitschaft der Maschinen und Anlagen sicher,
  • führen Maßnahmen zur Qualitätssicherung durch,
  • kontrollieren die Arbeitsleistung sowie den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs,
  • achten darauf, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich an Arbeits-, Brand- und Umweltschutzbestimmungen halten,
  • sind für die Personalauswahl und die betriebliche Ausbildung verantwortlich.

 

CNC-Fachkräfte programmieren Werkzeugmaschinen und Fertigungsanlagen für die automatisierte (programmgesteuerte) spanende Fertigung, beispielsweise das Drehen und Fräsen von Werkstücken. Dabei setzen sie die Vorgaben aus technischen Zeichnungen in werkstoff- und fertigungsgerechte Funktionsfolgen der Werkzeugmaschine um. Zu ihren Arbeitgeber/inne/n gehören Produktionsbetriebe im Maschinen- und Anlagenbau, im Fahrzeug- oder Werkzeugbau, in der Textil- und der kunststoffverarbeitenden Industrie.

Sie

  • programmieren CNC-Maschinen und richten sie nach Vorgaben aus technischen Zeichnungen ein,
  • spannen Werkzeuge auf und richten sie aus,
  • geben die Startparameter für die Werkzeugmaschine (Parameter, Positionieren und Nullen) ein,
  • geben das zu bearbeitenden Material auf,
  • überwachen die Maschinenfunktionen,
  • arbeiten erstellte CNC-Programme ab,
  • schreiten bei Störungen, Defekten, falschen Bearbeitungen ein,
  • bearbeiten das Werkstück abschließend und kontrollieren die Qualität,
  • sorgen durch Wartung, Pflege und Instandhaltung für jederzeit funktionsbereite CNC-Maschinen.

Absolvent/inn/en des Studiums Verpackungstechnologie sind in der Produktion, in Verpackungsentwicklung und Design, Qualitätssicherung, im technischen Ein- und Verkauf sowie im Marketing gefragt. Sie starten als Assistent/in bzw. Projektmitarbeiter/in, Produktentwickler/in, Anwendungstechniker/in, Designer/in, Verpackungsprüfer/in, Labortechniker/in, Ein- oder Verkäufer/in mit Aufstiegschancen zur/zum Produktions-, Qualitäts-, Marketing- oder Salesmanager/in.

 

[General.ScrollToPageTop_de-DE]