Kälteanlagentechniker

Kühlen, isolieren, klimatisieren. Wenn es zu heiß wird, coolen Kälteanlagentechniker/innen auf angenehme Temperaturen herunter.

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Manchmal geht es heiß her in Produktionshallen, Büros, Werkstätten oder auch bei uns zuhause! Da ist es wichtig, schnell wieder die optimalen Betriebs-, Arbeits- oder Raumtemperatur zu erreichen. Dafür sorgen die Kälteanlagentechniker/innen – die Profis in Sachen Handwerk und Montage von Kühlanlagen. Kältetechnik (Kühl- und Klimaanlagen) findet sich überall - in jedem Geschäft, im Computerraum, im Krankenhaus, in der Industrie, im Büro und sogar im eigenen Haushalt. Kälteanlagentechniker/innen installieren, warten und reparieren diese Anlagen und Geräte und acht auf Ökologie und Energietechnik. Sie kümmern sich um das perfekte Klima!

Trends & Wandel in der Branche

Effizienter, umweltfreundlicher, smarter – das sind die Trends, die die technologische Entwicklung der Kältetechnik in den kommenden Jahren prägen werden. Vor allem die gesetzlichen Vorgaben zur Reduzierung von Treibhausemissionen zwingen die Betreiber/innen von Kältesystemen, umweltschonende und nachhaltige Technologien einzusetzen. Im Bereich der Kältemittel geht der Trend in Richtung Minimierung des Kältemitteleinsatzes, aber auch die Dichtheit der Anlagen steht vermehrt im Fokus. Durch die bessere Isolierung wird in Zukunft auch eine Anpassung der Kälteleistung an den Kältebedarf möglich. Große Energiesparpotentiale sind hier bei Anlagen mit schwankendem Kältebedarf gegeben – unter Voraussetzung einer ganzheitlichen, intelligenten Anlagensteuerung. Auf der Basis von Computermodellen werden Entscheidungen bezüglich des Kältemitteleinsatzes mithilfe von immer genaueren Simulationen getroffen.

Weitere Trends, die sich auch aus dem Wandel der Energielandschaft hin zu erneuerbarer Energie ergeben, sind die Integration von Kälteanlagen in das Smart Grid (=intelligentes Stromnetz) sowie die daraus entstehende Möglichkeit, Energie in Form von Wärme oder Kälte zu speichern.

Als förmlichen Treiber von Nachhaltigkeit sehen Expert/innen den Trend hin zum Kälte-Contracting. Beim Kälte-Contracting wird der reibungslose Betrieb einer Kälteanlage samt der damit verbundenen Aufgaben - besonders bei großen komplexen Anlagen – an spezielle Dienstleister delegiert. Kältetechnische Fachbetriebe bieten die kompletten Dienstleistungen (das Produkt Kälte in der richtigen Menge und Temperatur zur Verfügung stellen und die Anlage via Fernüberwachung warten) in einem Rundum-Paket mit definierten Service-Agreements an. Entscheidend bei der Auswahl der Kältetechnologie sind dann nicht nur die Investitionskosten, sondern die Kosten über die gesamte Lebensdauer einer Anlage. Contracting könnte so eine nachhaltige technologische Entwicklung in der Kälteversorgung beschleunigen.

Berufsaussichten

Die Beschäftigungsaussichten für Kälteanlagentechniker/innen sind gut. Ihre ArbeitgeberIinnen sind sehr häufig kleine und mittlere Betriebe, die Kälte- und Klimaanlagen montieren und warten. Darüber hinaus gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten in Serviceabteilungen von Industriebetrieben im Kühlanlagenbau, in Kühl- und Lagerhäusern, Labors, Krankenhäusern, Verwaltungsgebäuden und anderen Unternehmen, die Wartungspersonal für Haustechnik beschäftigen. Wenn Sie über Kenntnisse zu elektronischen Steuer- und Regeleinrichtungen verfügen, sind Sie am Arbeitsmarkt besonders gefragt.

Bildungspfad Kälteanlagentechniker im Detail

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Dieser Bildungspfad zeigt Ihnen die Karrierechancen, die Ihnen als ausgebildetem/r Kälteanlagentechniker/in offenstehen. Nach dem positiven Abschluss der 3 ½ jährigen Lehre sind Sie Spezialist/in für Gebäudetechnik, der/die anschließend sein/ihr profundes Wissen berufsbegleitend noch in 4 Semestern an einer Werkmeisterschule vertiefen kann. Oder Sie entwickeln Ihre Talente auf meisterliches Niveau weiter und legen die Meisterprüfung ab (Vorbereitungskurse dafür bieten Ihnen die WIFIs in allen Bundesländern an). Der Meistertitel ist die höchste Auszeichnung, die man in Handwerk und Gewerbe erreichen kann, und ebnet Ihnen den Weg in eine Führungsposition und in die Selbstständigkeit.

Mit unternehmerischen Grundkenntnissen ausgestattet können Sie dann den nächsten Karriereschritt setzen und berufsbegleitend das Weiterbildungsstudium Integrales Gebäude- und Energiemanagement absolvieren. Dafür benötigen Sie facheinschlägige Berufserfahrung von mindestens 6 Jahren inklusive Führungserfahrung von mindestens 1 Jahr. Sie schließen dieses Weiterbildungsstudium nach 4 Semestern mit dem Grad „MSc“ – Master of Science – ab.

Nicht in der Grafik dargestellt, aber auch für Sie möglich, ist der folgende Weg: Als (Werk-) Meister*in können Sie auch den universitären Karriereweg beschreiten, indem Sie zunächst die Berufsreifeprüfung zur Erlangung der Studienberechtigung ablegen (entsprechende Vorbereitungskurse finden Sie an den WIFIs). Danach stehen Ihnen Bachelor-Studiengänge in Elektronik oder Mechatronik offen. Die dort erworbenen ingenieurwissenschaftlichen Kenntnisse können Sie später noch in einem Master-Studium weiter vertiefen, in dem Sie auch auf Führungs- und spezialisierte Entwicklungsaufgaben vorbereitet werden.

Eigenschaften des Berufs

Folgende Eigenschaften sind in diesem Beruf erforderlich:

  • Gute körperliche Verfassung,
  • Mathematisches, chemisches und technisches Verständnis,
  • Unempfindlichkeit gegenüber Kühl- und Reinigungsmitteln,
  • Teamfähigkeit,
  • Mobilität.

Ihr Start in den Bildungspfad

Ihr Start im Bildungspfad

Abhängig von Ihrer beruflichen Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad: 

Kälteanlagentechniker/innen bauen, montieren und reparieren Kühlmaschinen und Kühlanlagen sowie klimatechnische Einrichtungen (z.B. Klimaanlagen, Kühlvitrinen, Computer-Schankanlagen uvm.), die im Haushalt, in der Gastronomie, im Handel und im Transport von Lebensmitteln, in Kühl- und Lagerhäusern sowie in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie eingesetzt werden. Außerdem installieren und warten sie Klimaanlagen in Wohngebäuden, öffentlichen Gebäuden, in Spitälern, Labors, Fahrzeugen, in der Luft- und Raumfahrttechnik.

Zu den typischen Tätigkeiten von Kälteanlagentechniker/inne/n gehören

  • technische Pläne, Werkzeichnungen und Konstruktionszeichnungen lesen,
  • kühl- und klimatechnische Anlagen konstruieren und berechnen,
  • Zusammenbauen von Kühl- und Klimaanlagen und anderen klimatechnischen Einrichtungen,
  • Wartung und Reparatur klimatechnischer Einrichtungen,
  • Rohrleitungen und Kabel verlegen und anschließen,
  • Einstellen und Einrichten von Regelungs- und Steuerinstrumenten,
  • Bauteile zu funktionierenden Anlagen zusammenbauen, einstellen, in Betrieb nehmen,
  • Durchführung von Dichtheitskontrollen und anderen Qualitätskontrollen,
  • Durchführung von Elektroinstallationen,
  • Kund/inn/en informieren und beraten,
  • Mitarbeiter/innen schulen,
  • Führen von Kund/inn/enkarteien, Betriebsbüchern, Materiallisten etc.

Als Werkmeister/in Kälte- und Klimatechnik qualifizieren Sie sich für mittlere Führungsebenen in Industrie- und Gewerbebetrieben.

Sie

  • bewältigen Aufgaben der Planung, Organisation und Kontrolle auf ihrem Fachgebiet selbstständig,
  • haben die Übersicht über Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und Umweltschonung,
  • können Meistertätigkeiten im Betrieb wahrnehmen,
  • sind berechtigt, Lehrlinge auszubilden,
  • führen und unterstützen Mitarbeiter/innen nach modernen Managementmethoden,
  • haben umfassende Kompetenzen im Bereich der Klima- und Kältetechnik.

 

Kälte- und Klimatechnikmeister/innen übernehmen anspruchsvolle Fachaufgaben, die mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung verbunden sind.

Als Allrounder

  • koordinieren sie die Arbeitsabläufe,
  • verteilen sie die Aufgaben an die Fachkräfte und leiten diese an,
  • sind sie für die Einhaltung der Arbeitsschutz-, Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen verantwortlich,
  • kalkulieren sie Angebote und verhandeln mit Lieferanten,
  • kontrollieren sie Kosten und Termine,
  • bilden sie Lehrlinge aus,
  • erledigen sie anspruchsvolle und schwierige Aufgaben überwiegend selbst (Sie erstellen z.B. die Montage- und Fertigungsunterlagen für spezielle Kundenaufträge und stellen Steuer- und Regeleinrichtungen der kältetechnischen Anlagen selber ein).

Absolvent/inn/en des akademischen Weiterbildungslehrgangs Integrales Gebäude- und Energiemanagement haben neben ihrer technischen Expertise in der Bau- und Gebäudetechnik im Laufe des Studiums auch Management- und Koordinationskompetenzen entwickelt, die sie als Projektleiter/innen in der Gebäude- und Energietechnik zur Anwendung bringen.

Als Projektleiter/in können Sie

  • die Ausführung von Projekten leiten, überwachen und koordinieren,
  • Bauleiter/innen und Projektmitarbeiter/innen führen und steuern,
  • beauftragte Subunternehmen kontrollieren,
  • Zahlungs-, Zeit-, Kosten- und Kapazitätspläne erstellen,
  • die Materialplanung und -beschaffung im Projekt koordinieren,
  • Schnittstellenprobleme zwischen den Bau- und Energiesystemen lösen,
  • am Projektende die Bauleistung abnehmen, Mängel feststellen und beseitigen, die Dokumentation erstellen und die Objektübergabe organisieren.

 

Absolvent/innen eines Bachelor-Studienganges Elektronik zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Lage sind, Produktlösungen bestehend aus Hardware und Software selbständig zu entwickeln, in Betrieb zu nehmen, zu betreiben und zu warten. Elektronik-Ingenieurinnen und -Ingenieure arbeiten im Bereich Entwicklung, Betrieb, Instandhaltung und Reparatur von elektronischen Systemen, von Produkten und Prozessen oder erbringen diesbezügliche Beratungsleistungen. Dementsprechend gut sind in der Elektronik die Berufsaussichten. 

Typische Tätigkeitsfelder umfassen Automatisierungstechnik, Energieelektronik, Embedded Systems, Softwareentwicklung oder Consulting.

Absolvent/inn/en eines Master-Studienganges Leistungselektronik

sind am Arbeitsmarkt sehr gefragt. Mit ihren Kenntnissen sind Leistungselektroniker/innen perfekt für die Branchen Regelungs- und Automatisierungstechnik, Industrielle Elektronik, Sensorik, Antriebstechnik, Energieversorgung, oder Hochspannungstechnik ausgebildet. Sie arbeiten beispielsweise als Elektronikentwickler/innen, Applikationsingenieure und Applikationsingenieurinnen, Messtechniker/innen, Energietechniker/innen, Mechatroniker/innen für Elektromaschinenbau und Automatisierung, Fertigungsingenieure und Fertigungsingenieurinnen oder als Leiterplattendesigner/innen.

Typische Aufgaben umfassen u.a. die Entwicklung von elektronischen Geräten oder Schaltkreisen, die  Organisation und Leitung von Instandhaltung und Reparatur bestehender elektronischer Systeme, oder die Entwicklung von Spezifikationen für die Produktion.

Absolvent/inn/en eines Mechatronik- Studiums haben ebenfalls hervorragende Berufsaussichten. Mechatroniker/innen sind sehr gefragt und das Angebot an Arbeitsplätzen und potenziellen Arbeitgebern ist vielfältig.

Durch die Interdisziplinarität des Berufs arbeiten sie an der Schnittstelle zwischen Informationstechnik und Ingenieursdisziplinen. Ihre Aufgabe ist es, Maschinen, Produkte und Produktionsprozesse für Nutzer/innen zu optimieren und an neuen Produkten mitzuarbeiten. Mechatroniker/innen planen, entwickeln, konstruieren, berechnen und simulieren die Geräte der Zukunft. Sie sind gesuchte Generalist/inn/en in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Robotik, Automatisierungstechnik, Medizintechnik, Mikrotechnik, in der Forschung und Entwicklung, im Produktmanagement, im Technologie- und Innovationsmanagement sowie in der Anwendungstechnik und Kundenberatung.

 

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