Holztechniker

Ein packender Mix: Als Holztechniker*in bearbeiten Sie das Baumaterial der Zukunft und verbinden Technik mit Nachhaltigkeit.

Bei diesem zukunftsorientierten Beruf geht es um die Verbindung von Holz und Technik. Holztechniker*innen verarbeiten gefällte und vorgeschnittene Baumstämme (Rundholz) zu Schnittholz (Bretter, Latten, Leisten, Platte usw.). Sie bedienen dabei Holzbearbeitungsmaschinen, Stapler und Kräne, programmieren Steuerungen und stellen fertige Produkte wie Fenster, Türen, Möbelteile oder Spanplatten her.

Qualitätskontrolle und Kund/inn/enberatung zählen ebenfalls zu ihrem Aufgabenbereich. Als Holztechniker/in haben Sie beste Zukunftschancen in Sägewerken, in der Span- oder Massivholzplattenherstellung, in der Möbelfabrikation und in der Arbeitsvorbereitung von Tischlereibetrieben sowie im konstruktiven Holzbau.

Trends & Wandel in der Branche

Holz ist das Baumaterial für das 21. Jahrhundert schlechthin. Aus Nachhaltigkeitsgründen ist es schon seit einiger Zeit sehr populär – sowohl bei Möbelstücken als auch bei Häusern. In Österreich ist etwa der Holzbauanteil bezogen auf die Gebäudezahl in den letzten 20 Jahren von 25 auf 43 Prozent angestiegen, ein Trend, der auch international immer mehr an Bedeutung gewinnt. Klimaschutz verlangt energieeffizientes Bauen, der Energiebedarf muss daher sowohl im Bauprozess als auch bei der Gebäudenutzung deutlich gesenkt werden. Parallel dazu sind Anstrengungen notwendig, die den Energiebedarf bei der Herstellung von Bauprodukten und die sog. Graue Energie (d.h. die benötigte Energie für HerstellungTransportLagerungVerkauf und Entsorgung eines Produktes) beim Gebäudebau verringern. Eine Alternative zu Stahl und Beton stellt die Holzbauweise gerade in den stark wachsenden Städten dar: Horizontale, aber auch vertikale Nachverdichtung (d.h. das Nutzen freier Flächen im Bereich bereits bestehender Bebauung) sind mittlerweile zu Paradedisziplinen des Holzbaus avanciert. Allein das geringe Gewicht und der hohe Vorfertigungsgrad außerhalb der Baustelle machen Holz hier konkurrenzlos. Aber auch bei der energetischen Sanierung von Bestandsbauten kommt das nachwachsende Baumaterial verstärkt zum Einsatz.

Neben der Holzverarbeitung gibt es auch einen klaren internationalen Trend zur verstärkten Nutzung von Holz als Energieträger. Da Österreich aufgrund seines Waldreichtums zu den führenden Holzanbietern Europas gehört, schafft diese Entwicklung großes Potential für die heimische Holz- und Forstwirtschaft.

 

Berufsaussichten

Die wirtschaftliche Situation der Holz verarbeitenden Industrie hängt zum Teil von der Entwicklung des Bausektors, hauptsächlich aber von der Exportentwicklung ab. Aufgrund der Trends in der Branche und der international guten Positionierung der Branche sind die Berufsaussichten mittel- bis langfristig sehr gut. Derzeit besteht vor allem in Mittel- und Großbetrieben ein Bedarf an qualifizierten Fachkräften mit guten Kenntnissen der elektronisch gesteuerten Maschinen und der Spezialmaschinen sowie der Herstellung von Holzprodukten, der Holzschutzmaßnahmen und der Oberflächenveredelung. Betriebe gibt es in allen Bundesländern, wobei die Standorte meist in Gebieten mit großem Nutzwaldbestand liegen (vor allem Steiermark, Kärnten, Tirol). Die körperlichen Anforderungen sind durch den Einsatz von Maschinen geringer geworden, sodass der Beruf mittlerweile auch für Frauen geeignet ist.

Bildungspfad Holztechniker im Detail

BPf Holztechnik

Die Lehre zum/zur Holztechniker/in bildet die ideale Ausgangsbasis für Ihre berufliche Karriere. Die Ausbildung im Modullehrberuf Holztechnik umfasst verpflichtend die 2jährige Ausbildung im Grundmodul Holztechnik und die einjährige Ausbildung in einem der Hauptmodule Fertigteilproduktion, Werkstoffproduktion oder Sägetechnik. Zur weiteren Vertiefung kann noch das 1/2jährige Spezialmodul "Design und Konstruktion" angehängt werden. Die Dauer der Lehrzeit beträgt 3 Jahre bei einem Grundmodul + einem Hauptmodul; 3,5 Jahre, wenn Sie ein Grundmodul + ein Hauptmodul + ein Spezialmodul wählen; und 4 Jahre, wenn Sie sich für ein Grundmodul + zwei Hauptmodule entscheiden.

Mit dem positiven Lehrabschluss sind Sie Fachkraft und können sich im nächsten Karriereschritt an einer der WIFI-Werkmeisterschulen weiterentwickeln. Neben einer Erweiterung Ihres holztechnischen Wissens erwerben Sie dort (berufsbegleitend, 4-semestig) auch wirtschaftliche und organisatorische Kompetenzen und sind damit perfekt auf Führungsaufgaben in Gewerbebetrieben und der Industrie vorbereitet.

Als Werkmeister/in stehen Ihnen anschließend 2 unterschiedliche Karrierewege bzw. Spezialisierungsoptionen offen: den einen Weg sollten Sie einschlagen, wenn Sie Ihre Karriereziele mehr im Bereich der CNC-Technik sehen, den zweiten Weg, wenn Sie einen akademischen Abschluss und/oder eine Führungsposition als Holztechnolog/in anstreben.

Die CNC-Ausbildungen sind in 3 Modulen aufgebaut:  Im Modul CNC Maschinenbediener erhalten Sie eine Grundausbildung im Drehen und Fräsen und setzen sich anschließend mit dem Bedienen von CNC-Werkzeugmaschinen auseinander. Im Modul CNC-Fachmann eignen Sie sich vor allem Kenntnisse eines CAD/CAM-Systems an. Beide Ausbildungsmodule schließen Sie mit einer  Zertifizierungsprüfung ab.

Im Modul CNC-Fertigungstechnologe wiederum setzen Sie sich in 4 Expertenmodulen (Experte CNC Drehen, Experte CNC Fräsen, Experte CAM-Programmierung und Experte wirtschaftliche Fertigung) mit Spezialthemen der Zerspanungstechnik auseinander. Diese Ausbildung schließen Sie mit einem Diplom zum CNC-Fertigungstechnologen ab.

Wenn Sie dagegen studieren möchten, sollten Sie nach der Werkmeisterschule als nächsten Karriereschritt den Aufbaulehrgang für Holztechnik belegen. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Aufbaulehrgangs erhalten Sie die Studienberechtigung für Universitäten und Fachhochschulen. Weiters dürfen Sie nach 3 Jahren Praxis die Standesbezeichnung Ingenieur führen und ersparen sich außerdem die Unternehmerprüfung bei der Meisterprüfung.

Das Bachelorstudium Holztechnologie und Holzbau vermittelt in 6 Semestern Kompetenzen im Umgang mit Holz im technologischen, wirtschaftlichen und planerischen Bereich. Es schließt mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science in Engineering“ (Bsc) ab. Das Bachelorstudium schafft die ideale Basis für das Masterstudium Holztechnologie und Holzwirtschaft, das Sie zur Führungs- und Entwicklungskraft für die Holzwirtschaft ausbildet. Dieses Studium schließen Sie nach 4 Semestern als Diplomingenieur/Diplomingenieurin (DI) ab. 

Eigenschaften

Wesentliche Voraussetzungen für diesen Beruf sind:

  • Gutes Augenmaß,
  • Handwerkliche Geschicklichkeit,
  • Technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen,
  • Kommunikationsfähigkeit,
  • Sicherheits- und Umweltbewusstsein.

Ihr Start in den Bildungspfad 

Ihr Start in den Bildungspfad

Abhängig von Ihrer beruflichen Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

Holztechniker/innen übernehmen im Rahmen der Fertigung von Holzprodukten und Holzwerkstoffen vielfältige Aufgaben: Sie bedienen und warten Holzbearbeitungsmaschinen und –anlagen (z.B. CNC-Maschinen), führen Holzschutzmaßnahmen und Oberflächenbehandlungen durch und sind für die fachgerechte Trocknung und Lagerung von Schnittholzprodukten zuständig. Für Produkte aus Holz wie z.B. Möbel, Treppen, Fenster, Holzkonstruktionen oder Holzhäuser erstellen sie mit Hilfe von CAD-Programmen Fertigungspläne und führen Berechnungen zur Schnittoptimierung durch. Weitere Aufgabengebiete sind die Qualitätskontrolle und die Kund/inn/enberatung.

Ihre wichtigsten Tätigkeiten sind

  • Hölzer und Holzwerkstoffe beurteilen, kontrollieren, auswählen und fachgerecht lagern,
  • Holzsägemaschinen mit Sägeblättern (Gatter-, Band- und Kreissägeblätter etc.) ausrüsten,
  • Holz be- und verarbeiten, Schnittholz herstellen und weiterverarbeiten oder lagern,
  • Holztrockenanlagen sowie Produktionsmaschinen und -anlagen zur Herstellung von Schnittholz, Holzwerkstoffen, Produkten wie z. B. Fenster, Türen, Treppen, Möbelteilen aus Holz und anderen Werkstoffen rüsten, einrichten, überprüfen und warten,
  • Förderanlagen, Hebe- und Transporteinrichtungen, Holztrockenanlagen sowie Produktionsmaschinen steuern und überwachen,
  • rechnergestützte Systeme bedienen und programmieren (z. B. CAM),
  • Fertigprodukte wie z. B. Fenster, Türen, Treppen, Möbel vormontieren und zusammenbauen
  • Oberflächen behandeln und veredeln,
  • Holzwerkstoffe, Spanplatten, Sperrholzplatten, etc. fachgerecht lagern, verpacken und für die Auslieferung vorbereiten,
  • facheinschlägige Sicherheitsvorschriften, Normen, Umwelt- und Qualitätsstandards berücksichtigen,
  • technische Unterlagen lesen, technische Dokumentationen führen.

Als Werkmeister/in für Holztechnik qualifizieren Sie sich für mittlere Führungsebenen in Industrie- und Gewerbebetrieben.

Sie

  • bewältigen Aufgaben der Planung, Organisation und Kontrolle auf Ihrem Fachgebiet selbstständig,
  • können Meistertätigkeiten im Betrieb wahrnehmen,
  • sind berechtigt, Lehrlinge auszubilden,
  • führen und unterstützen Mitarbeiter/innen nach modernen Managementmethoden,
  • haben umfassende Kompetenzen im Bereich der Holztechnik.

CNC-Fachkräfte programmieren Werkzeugmaschinen und Fertigungsanlagen für die automatisierte (programmgesteuerte) spanende Fertigung, beispielsweise das Drehen und Fräsen von Werkstücken. Dabei setzen sie die Vorgaben aus technischen Zeichnungen in werkstoff- und fertigungsgerechte Funktionsfolgen der Werkzeugmaschine um.  Zu ihren Arbeitgebern gehören Produktionsbetriebe im Maschinen- und Anlagenbau, im Fahrzeug- oder Werkzeugbau, in der Textil- und der kunststoffverarbeitenden Industrie.

Sie

  • programmieren CNC-Maschinen und richten sie nach Vorgaben aus technischen Zeichnungen ein,
  • spannen Werkzeuge auf und richten sie aus,
  • geben die Startparameter für die Werkzeugmaschine (Parameter, Positionieren und Nullen) ein,
  • geben das zu bearbeitenden Material auf,
  • überwachen die Maschinenfunktionen,
  • arbeiten erstellte CNC-Programme ab,
  • schreiten bei Störungen, Defekten, falschen Bearbeitungen ein,
  • bearbeiten das Werkstück abschließend und kontrollieren die Qualität,
  • sorgen durch Wartung, Pflege und Instandhaltung für jederzeit funktionsbereite CNC-Maschinen.

Absolvent/inn/en des Aufbaulehrgangs für Holztechnik haben sich mit dieser Ausbildung direkt für Managementpositionen in holzverarbeitender Industrie und Gewerbe qualifiziert. Die Berufsfelder, in denen sie adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten finden, sind konkret Holzbau & Möbelproduktion, Sägetechnik, Plattenproduktion, Lack- und Leimherstellung, Maschinen- und Zulieferindustrie, baunaher Bereich sowie der Handel.

Im Bachelorstudium Holztechnologie & Holzbau werden die Student/inn/en zu Manager/inne/n, Ingenieur/inn/en und Konstrukteur/inn/en für Industrie und Bau im In- und Ausland ausgebildet. Ihre beruflichen Chancen reichen dabei von technologischen und wirtschaftlichen Aufgaben in Produktionsbetrieben über planungs- und bauausführende Beschäftigungsfelder bis hin zu Dienstleistungen wie Qualitäts- und Umweltmanagement, Beratung und Entwicklung.

Sie arbeiten in Betrieben der Holzbe- und –verarbeitung (Säge- & Hobelindustrie, Holzwerkstoffe, Bauelemente) sowie in allen Bereichen des Holzbaus (wie Planungs- und Architekturbüros, Fertighausindustrie, Zimmereien, Bauunternehmen). Dazu kommen Berufsmöglichkeiten in Forschung & Entwicklung sowie in der Dienstleistungsbranche und im Handel.

Absolvent/innen des Masterstudiums Holztechnologie arbeiten nach dem Studium als Führungskräfte oder Entwicklungspersonal in allen Bereichen der Holzwirtschaft, des Holzbaus und angrenzender Branchen. Der Bogen ihrer Tätigkeiten spannt sich dabei von klassischen Aufgaben des Beschaffungs-, Produktions- und Vertriebsmanagements, der Konstruktion und Planung über Forschung und Entwicklung bis hin zur Beratung.

 

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