Gebäude-/Energietechnik und -management

Sie wollen die Welt retten?

Managen Sie Gebäude und ihre Energie!

Ob im Wohnbau oder in gewerblichen Bauten: Durch Heizen, Kühlen, Wasser- und Strombedarf haben Gebäude einen wesentlichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch. Ein Großteil des technologischen Fortschritts in der Gebäudetechnik zielt darauf ab, Energie und Rohstoffe sparsamer einzusetzen. Eine verbesserte Energieeffizienz verlangt nach ausgeklügelter Technik und Spezialistinnen und Spezialisten, die in diesem Bereich dank einer profunden Ausbildung einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

Trends und Wandel in der Branche

Mit 1. Jänner 2015 ist das Energieeffizienzgesetz in Kraft getreten. Demnach soll bis zum Jahr 2020 die Energieeffizienz um 20 Prozent erhöht, gleichzeitig auch die Versorgungssicherheit verbessert, der Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix gesteigert und eine Reduktion der Treibhausgasemissionen erreicht werden. Die gesetzlichen Vorgaben hin zu mehr Energieeffizienz haben starke Auswirkungen auf die Installations- und Gebäudetechnik und insbesondere auf das Gebäude- und Energiemanagement. Zunehmend wichtig wird eine energieeffiziente Gebäudetechnik durch Gebäudeautomation und Smart Building – Stichwort „Intelligente Gebäude“. Auch die Verpflichtung für große Unternehmen, laut Energieeffizienzgesetz ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem oder ein externes Energieaudit durchführen zu lassen, setzt positive Impulse in der Branche.

Berufsaussichten

Fachkräfte im Bereich Gebäude- und Installationstechnik bzw. Energiemanagement sind sehr gefragt. Sie sorgen für mehr Energieeffizienz in bestehenden Bauten und bei Sanierungen ebenso wie bei Neubauten. Als Energieberaterinnen und -berater sind sie Spezialistinnen und Spezialisten für eine zukunftsweisende Energienutzung. Insbesondere der Trend zur Gebäudeautomatisierung erfordert aber zusätzliche Kenntnisse zur eingesetzten Technologie.

Expertinnen und Experten in Gebäude-, Elektro- oder Bautechnik, die bereit sind, sich ständig am aktuellen Stand der Technik zu halten, haben in der Branche sehr gute Berufsaussichten.
Sie arbeiten – nach mehrjähriger Praxis - beispielsweise in der Projektleitung, der Energieberatung, im mittleren, vielleicht gar im Top Management von Sanitär- und Elektrounternehmen oder Bauträgern oder ähnlichen Betrieben des Bauhaupt- oder –nebengewerbes. Wer neben hoher fachlicher Expertise auch über Managementfähigkeiten verfügt, kann vor allem in der Leitung komplexer Bauprojekte ganz unterschiedliche Gewerke koordinieren und Schnittstellenprobleme lösen.

Bildungspfad Gebäude-/Energietechnik und -management im Detail

Den Einstieg in diesen Bildungspfad bildet eine Lehrausbildung in einem Beruf der Gebäude- oder Bautechnik. Besonders bieten sich hier der Lehrberuf Kälteanlagentechnik und zwei Modullehrberufe an: Installations- und Gebäudetechnik sowie Elektrotechnik. In der Installations- und Gebäudetechnik sind vor allem die Fachrichtungen Gas- und Sanitärtechnik, Heizungstechnik und Lüftungstechnik geeignet. In der Elektrotechnik ist es die Ausrichtung Elektro- und Gebäudetechnik.

Die Lehrausbildung, die im Betrieb und in der Berufsschule absolviert wird, dauert je nach Spezialisierung 31/2 bis 4 Jahre und schließt mit der Lehrabschlussprüfung ab. Die WIFIs bieten optionale Vorbereitungskurse auf diese Abschlussprüfungen in den genannten Berufen an.

Fachkräfte mit einschlägiger Berufspraxis haben die Möglichkeit, eine 2-jährige Werkmeisterschule für Berufe der Gebäude- und Bautechnik zu absolvieren. Das WIFI bietet beispielsweise Werkmeisterschulen für Installations- und Gebäudetechnik, Elektrotechnik und Bauwesen an.

Mit einem WIFI Werkmeisterbrief sind auch interessante Berechtigungen in Hinblick auf weitere Qualifikationen verbunden: Werkmeister können in das 3. Semester einer HTBL für Berufstätige der jeweiligen Fachrichtung einsteigen. Außerdem ersetzt die Werkmeisterprüfung vollinhaltlich die Fachprüfung im Rahmen der Berufsreifeprüfung.

Eine Alternative zum Besuch einer Werkmeisterschule bildet die Vorbereitung auf die Meisterprüfung bzw. die Befähigungsprüfung in einem Beruf der Gebäude- und Bautechnik. Beispielsweise kann für Heizungstechnik und Lüftungstechnik eine Meisterprüfung, für Elektrotechnik oder Gas- und Sanitärtechnik eine Befähigungsprüfung absolviert werden. Dieser Schritt ist besonders für jene Personen interessant, die die Selbständigkeit anstreben.

Nach mindestens 6-jähriger facheinschlägiger Berufserfahrung (inklusive 1 Jahr Führungserfahrung) besteht die Möglichkeit, an der Berufsakademie einen 2-jährigen akademischen Weiterbildungslehrgang für integrales Gebäude- und Energiemanagement zu absolvieren. Dieser Lehrgang wird vom WIFI in Kooperation mit der FHWien der WKW durchgeführt. Studierende entwickeln neben der Vertiefung und Erweiterung ihrer Kompetenz in Bau- und Energietechnik ganz gezielt ihre Management- und Koordinationsfähigkeiten weiter. So qualifizieren sie sich für die Leitung von komplexen Projekten in Gebäude- und Energietechnik und –management. Den Abschluss bildet der akademische Grad Master of Science (MSc).

Ihr Anforderungsprofil, wenn Sie diesen Bildungspfad einschlagen wollen: handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, strukturierte Vorgehensweise, Genauigkeit und Zuverlässigkeit, Flexibilität, Einsatzfreude, Verantwortungsbereitschaft, Gewissenhaftigkeit, Durchsetzungsvermögen, kundengerechte Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit.

Ihr Start in den BildungspfadIhr Start in den Bildungspfad

Mit einer dieser Ausbildungen können Sie Ihre Karriere im Bildungspfad Gebäude- und Energiemanagement starten:

Als Fachkraft mit Lehrabschluss im Bereich der Gebäude- und Energietechnik arbeiten Sie in Gewerbe- und Industriebetrieben.

  • installieren und warten technische Geräte und Leitungssysteme
  • suchen und beseitigen Fehlern und Mängeln, beheben Störungen
  • arbeiten mit an der Baustellenkoordination
  • erwerben Kenntnisse in der Energieeffizienz und im Energiemanagement im Bereich der Gebäude- und Energietechnik.

Die wichtigsten Tätigkeiten sind für die einzelnen Lehrberufe im Bereich der Gebäude- und Energietechnik unten angeführt:

Kälteanlagentechnik

Sie

  • verlegen Rohrleitungen und schließen sie an
  • führen Isolierungen durch
  • montieren Klima- und Kühlgeräte, schließen sie an und nehmen sie in Betrieb
  • montieren Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen und beheben Störungen.

 

Gas- und Sanitärtechnik

Sie stellen Gasgeräte, Abwasser-, Wasserversorgungs-, Warmwasseranlagen und sanitäre Anlagen auf, schließen diese an, nehmen sie in Betrieb, warten und reparieren sie.

 

Heizungstechnik

 

Sie können

  • Heizungsanlagen sowie Regel- und Sicherheitseinrichtungen montieren, prüfen, warten und reparieren
  • ebenso alternative Methoden der Energiegewinnung (zB Solarenergie, Wärmepumpen) installieren und warten.

 

Lüftungstechnik

Sie können Lüftungs- und Klimaanlagen aufstellen, anschließen, in Betrieb nehmen, warten und reparieren.

 

Elektro- und Gebäudetechnik

Sie können

  • elektrotechnische Anlagen der Photovoltaik, Installations-, Beleuchtungs- und Antennentechnik, Telekommunikation, Gebäudeautomation, Gefahrenmeldung oder des Blitzschutzes errichten und in Betrieb nehmen
  • Fehler und Störungen an den genannten elektrotechnischen Anlagen suchen und beheben.

Als Werkmeisterin/Werkmeister oder Meisterin/Meister in einem Beruf der Gebäude-, Elektro- und Bautechnik können Sie Projektverantwortung übernehmen. Sie arbeiten eigenständig und erledigen Arbeitsaufträge im Team mit anderen Fachleuten letztverantwortlich. Neben Ihrer hohen fachlichen Expertise können Sie auch Koordinationsfunktionen zwischen Kunden und Lieferanten wahrnehmen.

Sie können

  • die Planung, Konstruktion, Installation und Inbetriebnahme von gebäudetechnischen Anlagen nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten übernehmen
  • Teams von Mitarbeitern führen, die die gebäudetechnischen Anlagen installieren, warten, überprüfen und reparieren
  • die Komponenten und das Material für die Installation gebäudetechnischer Anlagen nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auswählen
  • einschlägige gebäudetechnische Software und CAD-Systeme verwenden
  • in Ihrer Arbeit die einschlägigen Normen und Vorschriften anwenden und gebäudetechnische Standards beachten.

Als Absolventin oder Absolvent des akademischen Weiterbildungslehrgangs Integrales Gebäude- und Energiemanagement können Sie komplexe, zukunftsfähige technische Projekte an der Schnittstelle von Gebäude- und Energiemanagement managen und neben der technischen auch die betriebswirtschaftliche Eignung sicherstellen.

Sie können   

  • Schnittstellenprobleme in Energie- und Bausystemen lösen
  • unterschiedliche Anspruchsgruppen und unterschiedliche handwerkliche und bautechnische Arbeiten koordinieren
  • Leitungsfunktionen in der Entwicklung von Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen der Gebäude- und Energietechnik übernehmen.
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