Chemieverfahrenstechnik

Planen Sie Ihre Karriere im Hightech Umfeld der chemischen Industrie!

Chemieverfahrenstechnikerinnen und Chemieverfahrenstechniker nehmen in chemischen Betrieben eine wichtige Position ein, denn sie sind dort für die Steuerung und Kontrolle von Anlagen und Prozessen zuständig, die sie ständig verbessern. Darüber hinaus überwachen sie laufend die Qualität von Zwischen- und Endprodukten. Fachkräfte wie sie werden von der Branche dringend benötigt, um im globalen Wettbewerb bei intelligenten und nachhaltigen Produkten die Nase vorne zu haben.

Trends und Wandel in der Branche

Die österreichische Chemie- und Kunststoffindustrie befindet sich im Aufwärtstrend. Der Wirtschaftskrise haben die Betriebe erfolgreich mit hohen Investitionen in die Automatisierung der Maschinen und in Informationstechnologien (Chemie 4.0) entgegengewirkt.

Stark gestiegen sind auch die Investitionen in Forschung und Entwicklung. Innerhalb der Branche lassen sich zwei wichtige Trends erkennen: Zum einen die «Grüne oder Nachhaltige Chemie», die versucht, Rohstoffe auf Erdölbasis durch sogenannte biogene Rohstoffe zu ersetzen. Ein Beispiel dafür wären Autoreifen aus Löwenzahn. Und zum anderen die «Smarte Chemie,» die sich mit der Entwicklung von intelligenten Produkten und Materialien befasst, beispielsweise selbstheilende Werkstoffe, die nach einer Beschädigung ihre ursprüngliche molekulare Struktur wiederherstellen. Ein weiterer Trend ist die zunehmende Internationalisierung der Branche. In Asien und Südamerika liegen zahlreiche Hoffnungsmärkte mit hohem Wachstumspotenzial für die chemische Industrie.

Berufsaussichten

Die chemische Industrie gehört zu den größten und wachsenden Branchen in Österreich, die gut bezahlte und krisensichere Jobs bietet. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen nicht nur in der vielfältigen chemischen Industrie, sondern auch in verwandten Industrien wie beispielsweise der Erdöl-, Kunststoff-, Papier-, Zellstoff- oder Lebensmittelindustrie.

Der Einsatz neuer Technologien erfordert jedoch hoch qualifizierte Fachkräfte. Die Berufsaussichten für Chemieverfahrenstechnikerinnen und Chemieverfahrenstechniker hängen daher ganz wesentlich von der Bereitschaft zur Weiterbildung bzw. zum berufsbegleitenden Lernen ab. Wer sein fundiertes chemisches Wissen um Kompetenzen im Bereich moderner computerbasierter Methoden und digitaler Verfahren erweitert, sichert seinen Arbeitsplatz nachhaltig ab.

Bildungspfad Chemieverfahrenstechnik im Detail

Der Bildungspfad „Chemieverfahrenstechnik“ beschreibt – als eine Karrieremöglichkeit – die berufliche Entwicklung von der Lehre bis zum BA-Abschluss. Die Lehrausbildung im dualen System aus Lehrbetrieb und Berufsschule dauert 3 ½ Jahre und schließt mit der Lehrabschlussprüfung ab.

Nach dem Lehrabschluss bestehen für Fachkräfte zahlreiche Möglichkeiten, sich zusätzliche Fähigkeiten und Spezialwissen anzueignen. Das WIFI bietet beispielsweise eine modulare Ausbildung zum/zur Qualitätstechniker/in an. Aber auch zusätzliche Kenntnisse in den Bereichen Elektro- und Automatisierungstechnik, Ökologie und Fremdsprachen sind von Vorteil. Ein sinnvoller nächster Schritt in diesem Bildungspfad ist die Weiterbildung an einer Werkmeisterschule für Chemie und Umwelttechnik. Die Werkmeisterschule kann berufsbegleitend in 4 Semestern absolviert werden. Mit Abschluss der Werkmeisterschule und dem Werkmeisterbrief sind interessante Berechtigungen in Hinblick auf weitere Qualifikationen verbunden: Werkmeister können in das 3. Semester einer HTL für Berufstätige der jeweiligen Fachrichtung einsteigen. Außerdem ersetzt die Werkmeisterprüfung die Fachbereichsprüfung im Rahmen der Berufsreifeprüfung. Diese bildet die nächste Stufe im Bildungspfad und berechtigt zum Beginn eines Studiums an einer Universität oder Fachhochschule.

Als Studienrichtungen bieten sich entweder Verfahrenstechnik oder technische Chemie an. Wer sich für die Gestaltung und Optimierung von Produktionsanlagen interessiert, ist mit einem Studium der Verfahrenstechnik gut beraten. Wer eine anspruchsvolle Fachkarriere in Chemielabors anstrebt, sollte sich für ein Studium der technischen Chemie entscheiden. Beide genannten Studienrichtungen bewähren sich für Chemieverfahrenstechnikerinnen und Chemieverfahrenstechniker, die sich fit für den Arbeitsmarkt in der Chemiebranche 4.0 machen wollen. Jedes 3-jährige Bachelorstudium schließt mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science in Engineering“ (BSc) ab.

Mit diesen Eigenschaften sind Sie für den Bildungspfad besonders geeignet:

Chemisches und mathematisches Verständnis, technisches Verständnis, logisch-analytisches Denken, systematische Arbeitsweise, IT-Anwenderkenntnisse, Organisationsfähigkeit, Problemlösungsfähigkeit, Team- und Kommunikationsfähigkeit, Hygienebewusstsein.

Ihr Start in den BildungspfadIhr Start in den Bildungspfad:

Als Chemieverfahrenstechnikerin bzw. Chemieverfahrenstechniker haben Sie ein breites Einsatzgebiet, denn Sie sind in chemischen Betrieben und Betrieben verwandter Industriebereiche wie Agrikulturchemie (landwirtschaftliche Chemie), Baustoffchemie, Elektronikindustrie, Erdölindustrie, Arzneimittelchemie, Kunststofftechnik, Nahrungsmittelchemie, Papier- und Zellstoffindustrie,  Photochemie, Textilchemie, Waschmittelchemie und Umwelttechnik tätig.

Sie

  • bereiten die Produktionsanlagen vor, indem Sie Einstellungen und einfache Montage- bzw. Demontagearbeiten, aber auch Wartungs- und Reinigungsarbeiten durchführen,
  • beschicken die Anlagen mit den jeweiligen Rohstoffen und steuern den Produktionsprozess, 
  • überwachen den Produktionsprozess mittels Prozessleitsystemen und nehmen laufend an unterschiedlichen Produktionsschritten Proben, die Sie in den Betriebslabors selbst untersuchen,
  • führen Messungen (z. B. Temperatur, Druck, Durchfluss,  pH-Wert) durch und passen gegebenenfalls den Produktionsprozess an, um die Produktqualität zu garantieren,
  • beseitigen Störungen, dokumentieren den Produktionsprozess, protokollieren die Betriebsdaten und achten darauf, dass Hygiene- und Sicherheitsvorschriften sowie die Produktionsnormen und Umweltstandards eingehalten werden,
  • führen auch selbst einfache chemische oder physikalisch-chemische Analysen und Berechnungen durch, um die Produkte und den Produktionsprozess laufend weiter zu entwickeln und zu verbessern,
  • bereiten Versuche vor, werten Untersuchungsergebnisse aus und protokollieren diese,
  • kümmern sich auch um die bei der Produktion notwendige Abluft- und Abwasserreinigung und um die ordnungsgemäße  Entsorgung von Chemieabfällen.

Als Werkmeisterin bzw. Werkmeister im Bereich technische Chemie und Umwelttechnik qualifizieren Sie sich für mittlere und höhere Führungsebenen in Industrie- und Gewerbebetrieben.

Sie

  • können Meistertätigkeiten im Betrieb wahrnehmen,
  • sind berechtigt, Lehrlinge auszubilden,
  • sind berechtigt, selbständig einen entsprechenden Betrieb zu führen, und
  • können um die Qualifikationsbezeichnung Ingenieur/in ansuchen.

Als Absolventin bzw. Absolvent eines Bachelor-Studiengangs der technischen Chemie haben Sie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten in der angewandten Forschung, beispielsweise in Unternehmen der Nahrungsmittel-, Futtermittel-, Kunststoff-, Farbenindustrie, der pharmazeutischen Industrie oder der Erdölindustrie und Erdölraffinerie.

Sie können

  • die Anwendbarkeit von neuen Produktionsverfahren überprüfen
  • die Eignung verschiedener Rohstoffe für chemische Produktionsverfahren feststellen
  • an der Planung und dem Bau von Industrieanlagen mitarbeiten,
  • in der industriellen Herstellung von Stoffen wie zB Kunststoffe, Farben und Lacke, Nahrungsmittel, Erdölderivate oder metallurgische Produkte den Produktionsablauf kontrollieren und optimieren
  • Projektmanagementaufgaben in Unternehmen der chemischen Industrie wahrnehmen.
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