Lebensmitteltechnologie

Beste Qualität geht durch den Magen –

dank Ihrer Tätigkeit in der Lebensmitteltechnologie!

Die Lebensmitteltechnologie beschäftigt sich mit den technischen Verfahren der Herstellung und Verarbeitung sowie der Qualitätssicherung von Lebensmitteln. Es gilt, die ökonomischen und ökologischen Ressourcen optimal und gleichzeitig schonend zu nutzen und möglichst effizient einen hohen Genuss- und Nährwert zu schaffen. Dafür braucht es Fachkräfte mit einer fundierten Ausbildung.

Trends und Wandel in der Branche

Die zunehmende Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion und die Tatsache, dass immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten zu Fertigprodukten greifen, führen dazu, dass Kontrolle und Überprüfung unserer Lebensmittel immer wichtiger werden. Zudem beeinflussen die Globalisierung und gesellschaftliche Trends die Lebensmittelversorgung und Ernährung. Dazu gehören etwa das enorme Bevölkerungswachstum, ein immer größerer Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung, eine zunehmende Urbanisierung oder der Trend zum Vegetarismus. Aber auch ökologische Entwicklungen, wie zum Beispiel der Klimawandel haben die Notwendigkeit von neuen Verfahren in der Lebensmittelproduktion, insbesondere in der Landwirtschaft, zur Folge.

Berufsaussichten

Wo immer Lebensmittel gewerblich erzeugt werden, haben Sie als Lebensmitteltechnologin oder Lebensmitteltechnologe gute Chancen. Durch enorme Entwicklungsmöglichkeiten und Fortschritte in der Forschung zählen Biotechnologie und Lebensmitteltechnologie zu den Schlüsselbranchen des 21. Jahrhunderts, die hervorragende Jobaussichten bieten. 

Typische Betätigungsfelder finden sich bei Lebensmittelherstellern aller Art, in Laboratorien, die sich mit der Forschung, Prüfung und Untersuchung von Lebensmitteln befassen, und auch in Behörden, die mit Lebensmitteln zu tun haben. Bei entsprechender Qualifikation kann man auch in der Futtermittel- und Düngerindustrie einen interessanten Beruf ergreifen. Die Qualitätssicherung von Lebensmittelunternehmen bietet ebenfalls viele Möglichkeiten der Beschäftigung.

Bildungspfad Lebensmitteltechnologie im Detail

Dieser Bildungspfad beschreibt einen möglichen Ausbildungsweg in der Lebensmitteltechnologie von der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) bis zum Master-Studium in Lebensmittel- und Biotechnologie. Der Einstieg für diese Variante erfolgt über eine HTL für Lebensmitteltechnologie. HTL-Absolventinnen/-Absolventen wird nach dreijähriger Berufspraxis die Standesbezeichnung Ingenieur/in verliehen. Eine zusätzliche Vertiefung erlangen Sie im Rahmen Ihrer HTL-Ausbildung durch eine Ausbildung und Zertifizierung zur IFS-Managerin bzw. zum IFS-Manager. Damit sind Sie für eine Schlüsselposition in der qualitätsgesicherten Lebensmittelproduktion auf Basis der International Featured Standards (IFS) qualifiziert.

In einem nächsten Schritt kann eine akademische Ausbildung angestrebt werden: Ein dreijähriges Bachelor-Studium ist in Österreich an den Fachhochschulen Graz und Oberösterreich, an der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU) sowie am Management Center Innsbruck in Tirol (MCI) möglich. Sie erlangen damit den akademischen Titel „Bachelor of Science in Engineering“ (BSc).

Ein zweijähriges Master-Studium, welches ebenfalls österreichweit an vier Standorten angeboten wird, krönt diesen Ausbildungsweg. Absolventinnen und Absolventen schließen mit dem akademischen Grad „Master of Science in Engineering“ (MSc) oder „Diplomingenieur/in“ (DI) ab.

Eigenschaften, die für Sie auf diesem Weg von Vorteil sind:

  • Interesse für die Fächer Chemie, Biologie und Physik
  • Freude an experimentellen Arbeiten
  • Verständnis für technische Abläufe
  • logisch-analytisches Denken/Kombinationsfähigkeit
  • Hygienebewusstsein
  • betriebswirtschaftliches Grundverständnis

 

Ihr Start in den BildungspfadIhr Start in den Bildungspfad

Planen Sie Ihren zukunftsweisenden Berufsweg mit diesen möglichen Ausbildungsschritten:

INGENIEUR/IN LEBENSMITTELTECHNOLOGIE

Als Absolvent/in der Höheren Technischen Lehranstalt mit Schwerpunkt Lebensmitteltechnologie sind Sie Spezialistin bzw. Spezialist im Nahrungsmittelbereich. Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen sich für Sie etwa bei folgenden Arbeitgebern: Hersteller von Lebensmitteln aus Agrarprodukten wie Bäckereien, Süßwaren-, Stärke-, Zucker- und Tiefkühlkostindustrie, Molkereiunternehmen, Brauereien und Getränkehersteller, Speiseeiserzeuger, Betriebs-, Forschungs- sowie Prüf- und Untersuchungslaboratorien von Gewerbe- und Industriebetrieben, sowie Behörden, Laboratorien und Handelsbetriebe. Die Tätigkeit als Sachverständige bzw. Sachverständiger ist ebenfalls eine interessante Option in dieser Branche.

Sie

  • kümmern sich um die Auswahl und Beschaffung erforderlicher (Roh-)Stoffe,
  • sind zuständig für die Durchführung der Brau-, Gär- und Lagerprozesse sowie die Abfüllung in Flaschen bzw. Fässer,
  • planen und führen sensorische und physikalische Stabilitätstests durch,
  • stehen für die fachliche Beratung der Produktion im Rahmen von Neueinführungen und Optimierungen zur Verfügung,
  • arbeiten Hygienekonzepte für Betriebe aus,
  • sind für Produktmanagement und Qualitätssicherung verantwortlich,
  • wirken bei der (Weiter-)Entwicklung von Simulationsprogrammen zur Modellierung, Simulation und Optimierung chemischer Verfahren und Anlagen mit.

Als Zertifizierte IFS-Managerin bzw. Zertifizierter IFS-Manager können Sie eine Schlüsselposition in der qualitätsgesicherten Lebensmittelproduktion einnehmen. So können Sie als Verantwortliche/r oder Mitarbeiter/in in der Qualitätssicherung (z. B. Geschäftsführer/in, leitende/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter, Qualitätsassistent/in, Qualitätsbeauftragte/r) auf den International Featured Standards basierende Audits vorbereiten und durchführen.

Sie

  • richten die Produktionsprozesse im Unternehmen nach den IFS-Anforderungen aus,
  • führen ein funktionierendes Qualitätsmanagement ein und sind für dessen Umsetzung verantwortlich,
  • sind als kompetente/r Expertin/Experte für alle Qualitäts- und Hygieneanforderungen tätig,
  • sind Ansprechpartner/in in allen Audits.

Als Absolvent/in des Bachelorstudiums Lebensmittel- und Biotechnologie ergeben sich für Sie sowohl im öffentlichen Sektor (Verbände, Interessensvertretungen, Forschungs- und Prüfanstalten, Zertifizierungsbüros), im Bereich Qualitätssicherung als auch in der Privatwirtschaft Berufsfelder. Die wichtigsten Industriezweige in denen Lebensmittel- und Biotechnologinnen und -technologen eingesetzt werden, sind die Lebensmittelindustrie, die Gärungsindustrie (z.B. Molkereien) und die pharmazeutische Industrie. Dabei stehen Tätigkeiten im Produktionsbereich, in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen oder im technischen Management im Vordergrund. 

Sie können

  • Prinzipien und Methoden zur Produktion sowie zur Entsorgung von Stoffen auswählen und die Vor- und Nachteile verschiedener Verfahren beurteilen,
  • Lösungen entwickeln, indem Sie Ihr Fachwissen in Biologie, Chemie und Verfahrenstechnik verknüpfen, und diese Lösungen praktisch umsetzen,
  • biotechnologische und lebensmitteltechnologische Prozesse planen, durchführen und überwachen,
  • Prozesse des Qualitätsmanagements beschreiben, Fehler analysieren und einfache Systeme zur Fehlervermeidung aufbauen,
  • mit finanziellen und materiellen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen,
  • betriebliche Organisationsstrukturen und Organisationsprozesse beschreiben,
  • Ihr Tun und Handeln kritisch hinterfragen und argumentieren.

Als Absolventin bzw. Absolvent eines Master-Studiums Lebensmittel- und Biotechnologie werden Sie in erster Linie in der Produktion, in Qualitätssicherung und – management der Lebensmittelindustrie beruflich tätig. Darüber hinaus bieten sich im Vertrieb, in der Forschung und Entwicklung von neuen Verfahren, Produktions- und Behandlungsprozessen der Lebensmittel verarbeitenden Industrie, im Produktdesign, im Food Supply Chain Management, in der Lebensmittelsicherheit, im Bereich Catering und Convenience Produkte, in der Lebensmittelkontrolle und in der Ernährungsphysiologie berufliche Perspektiven. Sie können weiters auch eine Tätigkeit im Projektmanagement oder im allgemeinen Management in der Lebensmittelindustrie oder im Marketing in Betracht ziehen und Führungs- Planungs- und Koordinationsaufgaben wahrnehmen. Auch der Bereich der Forschung und Lehre an Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten eröffnet mögliche Betätigungsfelder.

Sie können

  • unterschiedliche, komplexe Problemstellungen der Lebensmitteltechnologie analysieren und bewerten
  • innovative Lösungen für komplexe lebensmitteltechnologische Problemstellungen entwickeln und umsetzen,
  • neue Verfahren und Methoden entwickeln,
  • Risikoanalysen bezüglich Lebensmittelsicherheit durchführen
  • auch internationale und interdisziplinäre Teams fachlich und personell führen
  • Ergebnisse, Methoden und zugrundeliegende Prinzipien im eigenen Fachbereich einem Fachpublikum und Nichtfachleuten am Stand der Technik kommunizieren,
  • statistische Verfahren für die Validierung von Methoden, Methodenvergleiche, Varianzkomponentenanalyse, statistische Versuchsplanung und multivariate Zusammenhänge anwenden und die Ergebnisse kritisch beurteilen,
  • Fragestellungen des Lebensmittelrechts in Kooperation mit Fachjuristen lösen.
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