Konditorei

Versüßen Sie anderen den Tag –

als Konditorin oder Konditor!

Wussten Sie, dass die Kunst des Konditoreihandwerks im 17. und 18. Jahrhundert Vorläufer der Verwendung von Porzellan für üppige Tischdekotaion war? Damals zierten wahre architektonische Meisterwerke die festlichen Tafeln der fürstlichen und herrschaftlichen Häuser. Die Luxusprodukte waren Statussymbole der Reichen.

Erst mit der Massenproduktion aus der heimischen Zuckerrübe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Zuckergebäcke auch für eine breite Mittelschicht der Bevölkerung erschwinglich. Kreativität, Qualität und Frische sind bis heute Merkmale einer guten Fachkonditorei, die inzwischen neben süßen auch salzige Köstlichkeiten herstellt. Ein faszinierendes Handwerk!

Trends und Wandel in der Branche

Backen ist im Trend. Mit Tortenshows und Backsendungen im TV erlebt das Konditoreihandwerk neuen Aufwind. Gebäcke, Pralinen, Torten & Co. sind weit mehr als „nur“ Nahrungsmittel. Sie sind die Krönung eines feinen Menüs oder ein besonderer Genuss zwischendurch. Die Kreativität der Konditorin oder des Konditors spielt dabei eine wesentliche Rolle, denn das Auge isst hier mit.

Konditoreien haben freilich mit den industriell gefertigten Produkten, die es beispielsweise in Supermärkten günstig zu kaufen gibt, eine ernstzunehmende Konkurrenz. Andrerseits schwören immer mehr Konsumenten auch bei süßen Köstlichkeiten auf hochwertige Zutaten, Regionalität und auf Bio. Konditoreibetriebe, die auf Qualität und Exklusivität setzen oder sich auf bestimmte Produkte – wie zum Beispiel Hochzeitstorten – spezialisieren, haben daher gute Voraussetzungen, sich am süßen Markt zu behaupten. Zudem hat der Trend zu vegan, glutenfrei und kalorienarm auch bei den süßen Versuchungen Einzug gehalten. Entsprechende Produkte werden als Ergänzung zum normalen Sortiment oder ausschließlich angeboten.

Berufsaussichten

Vom Konditormeisterbetrieb bis zum Haubenrestaurant mit eigener Patisserie, in Konditoreien und Cafés, Cateringfirmen, in Tourismusbetrieben, auf Kreuzfahrtschiffen oder im eigenen Unternehmen: Die Liebe zum Detail der Konditorinnen/Konditoren ist besonders dort gefragt, wo der gehobene Genuss im Vordergrund steht. Auch Betriebe der Backwaren- und Süßwarenindustrie sind mögliche Arbeitsstätten. Da wie dort ist nachhaltige Lebensmittelproduktion ein Thema, das immer wichtiger wird und auch dem Beruf eine neue Zukunftsperspektive eröffnet.

Bildungspfad Konditorei im Detail

Dieser Bildungspfad skizziert die Entwicklung vom Konditorlehrling bis zur Konditormeisterin oder zum Konditormeister. Ein möglicher Einstieg erfolgt über eine dreijährige duale Lehrausbildung im Beruf Konditor/in, die in der Berufsschule und im Betrieb stattfindet. Mit der positiven Lehrabschlussprüfung wird der Lehrling zur Fachkraft. Eine weitere Möglichkeit, die Karriere als Konditorin oder Konditor zu starten, ist die außerordentliche Lehrabschlussprüfung: Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet und noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, können auf dem Weg der außerordentlichen Lehre mit verkürzter Lehrzeit die Basis für ihre berufliche Zukunft schaffen. Voraussetzung dafür ist neben dem Mindestalter von 18 Jahren eine einschlägige Praxis im Umfang der halben Lehrzeit. Die außerordentliche Lehrabschlussprüfung ist damit eine Option für all jene, die bisher auch in ihrem privaten Umfeld viel Erfahrung in der Konditorei erworben haben und sich ihren Traum von der Selbständigkeit erfüllen wollen.

Neben der regulären oder der außerordentlichen Lehrabschlussprüfung besteht noch eine weitere Einstiegsmöglichkeit in diesen Bildungspfad: Eine Ausbildung zur Konditorin bzw. zum Konditor im zweiten Bildungsweg, wie sie beispielsweise am WIFI angeboten wird, schafft die fachliche und praktische Basis für die Ausübung dieses vielseitigen Handwerks. Die Ausbildung ersetzt nicht die Lehrabschlussprüfung, aber die Absolventinnen und Absolventen sind berechtigt, nach Abschluss einen Vorbereitungskurs zur Meisterprüfung zu besuchen.

Jungen, ambitionierten Fachleuten stehen auch anspruchsvolle Wettbewerbe wie die World Skills offen.

Der Vorbereitungskurs zur Meisterprüfung bildet den nächsten Abschnitt in diesem Bildungspfad. Das WIFI bietet österreichweit solche Kurse an, in denen alle prüfungsrelevanten theoretischen Inhalte erarbeitet sowie alle praktischen Anforderungen geübt werden. Die Meisterprüfung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Selbständigkeit.

Angehende und frisch gebackene Konditorinnen und Konditoren genauso wie Profis mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Konditorei können aus zahlreichen Kursen und Seminaren der Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes wählen und so ihre Fachkenntnisse in praktischen und theoretischen Gebieten laufend weiterentwickeln und perfektionieren.

Diese Eigenschaften schaffen eine gute Ausgangslage für ein erfolgreiches Berufsleben als Konditor/in:

  • Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
  • Kreativität und Liebe zum Detail
  • Sinn für Ästhetik
  • Ausgeprägter Geruchs- und Geschmackssinn
  • Organisatorisches Talent
  • Geduld

 

Ihr Start in den BildungspfadIhr Start in den Bildungspfad

Haben wir Ihr Interesse für dieses faszinierende Handwerk geweckt? Dann ist es Zeit, dieser Berufung zu folgen! Diese Ausbildungen bringen Sie Ihrem Ziel näher:

Konditor/in

Als Fachkraft mit Lehrabschluss Konditor/in arbeiten Sie vorwiegend in kleinen und mittleren Gewerbebetrieben. Größere Hotels und Restaurants beschäftigen ebenfalls Konditor/innen zur Herstellung von Desserts. Auch die Backwaren- und Süßwarenindustrie eröffnet interessante Tätigkeitsfelder für ausgebildete Fachkräfte.

Sie

  • stellen alle Arten von Konditorwaren her, vor allem Torten, Konditorbackwaren wie z. B. Kuchen aus verschiedenen Teigen (Germteig, Blätterteig, Plunderteig, Mürbteig etc.), Zuckerwaren (z. B. aus Marzipan), Obsterzeugnisse (z. B. Marmelade oder Gelees) und Schokoladewaren (z. B. Bonbons und Konfekt).
  • fertigen spezielle Waren nach Kundenwunsch an, wie etwa Hochzeits- und Geburtstagstorten,
  • prüfen, behandeln und dosieren Roh-, Hilfsstoffe und Halbfabrikate,
  • stellen leichte, schwere und Spezialmassen sowie Teige her,
  • machen Füllcremen, Glasuren, Cremes,
  • füllen und verzieren Backwaren,
  • verarbeiten Zucker und Süßstoffe,
  • überwachen den Backvorgang,
  • sorgen für die fachgerechte Lagerung der Zutaten und Fertigware,
  • reinigen die verwendeten Werkzeuge, Maschinen, Geräte und Arbeitsbehelfe.

Als Konditor-Meisterin bzw. Konditor-Meister können Sie eine Führungsposition in Gewerbebetrieben (z.B. Backstubenleitung) oder in Industriebetrieben der Backwaren- und Süßwarenindustrie (z.B. Abteilungs- oder Produktionsleitung) übernehmen. Zudem sind Sie bestens dafür gerüstet, ein eigenes Unternehmen aufzubauen oder einen bestehenden Betrieb zu übernehmen.

Sie können

  • Ihr eigenes Unternehmen gründen und dieses nach fachlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten leiten,
  • Meistertätigkeiten im Konditorhandwerk durchführen,
  • Lehrlinge ausbilden. 
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