Bäcker

Der Bäckerberuf der Zukunft: Gefragt sind experimentierfreudige, kreative Köpfe!

Bild Bäcker

Traditionell, aber keineswegs verstaubt, und mit High Tech verknüpft – das ist das Berufsbild des modernen Bäckers. Bäcker/Innen stellen ganz klassisch unser Brot, Semmeln, Feingebäck oder Torten her. Ganz wichtig ist dabei die immer gleiche Qualität der Backwaren.

Daneben heißt es für sie aber, stets neue Kreationen zu entwickeln und aktuelle Ernährungsgewohnheiten (wie vegane oder vegetarische Ernährung) oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten/-allergien zu berücksichtigen. Neben ihren handwerklichen Fähigkeiten benötigen die Bäcker/Innen heutzutage auch technisches Know How - um die computergesteuerten Anlagen und Maschinen in der Backstube bedienen zu können - dazu Marketingwissen und ein gutes Gespür für Trends. Der Bäcker der Zukunft ist also sehr viel mehr als jemand, der aus 7  Sachen einen guten Kuchen macht!

Trends & Wandel in der Branche

Bei der starken Konkurrenz und dem Preisdruck durch Supermärkte und Diskonter ist es für Bäcker/Innen besonders wichtig, mit neuen Trends und Entwicklungen am Ernährungsmarkt Schritt zu halten.

Trend Nr. 1 ist jener zu gesunder, ausgewogener Ernährung mit hochwertigen Lebensmitteln, die möglichst umweltfreundlich hergestellt werden. So ist der Absatz an ballaststoffreichen Vollkornprodukten in den letzten Jahren stark gestiegen. Ebenfalls mit der Gesundheit zu tun hat der Wachstumsmarkt für Backwaren für Menschen mit Unverträglichkeiten oder Allergien (z.B. glutenfreie Produkte).

Trend Nr. 2 ist der zunehmende Außer-Haus-Verzehr: Statt 3 Mahlzeiten täglich einzunehmen, wird in ganz Europa immer häufiger zum Snack zwischendurch gegriffen. Während der Absatz im Standardsortiment stagniert, verzeichnen Bäckereien in diesem Segment kräftige Zuwächse.

Trend Nr. 3 ist die zunehmende Vielfalt an internationalen Backspezialitäten, vor allem an mediterranen Brotspezialitäten (wie französisches Baguette oder italienisches Ciabatta). Dieser Markt wird – so Trendforscher/Innen – in Zukunft noch weiter wachsen.

 

Berufsaussichten

Viele Bäckereien haben bereits flexibel auf die geänderten Ernährungsgewohnheiten reagiert. Erfolgversprechend sind vor allem Unternehmenskonzepte, bei denen das klassische Bäckereiangebot mit Produkten aus dem Gastronomie-Bereich – wie Salatbars oder warmen Mahlzeiten - erweitert wird. In Zukunft wird es für die einzelnen Bäckereien immer wichtiger werden, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden – eine Nische zu besetzen oder mit hoher Qualität und neuen Kreationen zu punkten.

Neben den handwerklichen Bäckereien finden Bäcker/Innen Beschäftigungsmöglichkeiten außerdem auch in industriellen Großbäckereien, in Fachgeschäften für Spezialnahrung, in der Gastronomie und im Catering-Bereich. Die Berufsaussichten sind gut; überdies ist der Beruf krisenfest, denn Bäcker/Innen haben immer Konjunktur.

Bildungspfad Bäcker im Detail

Grafik Bäcker

Das Handwerk des Bäckers / der Bäckerin erlernen Sie in einer dreijährigen, dualen Lehrausbildung. Die praktischen Fähigkeiten werden Ihnen dabei im Ausbildungsbetrieb und die theoretischen Grundlagen in der Berufsschule vermittelt. Am Ende der Lehrzeit legen Sie die Lehrabschlussprüfung ab. Wenn Sie sich danach beruflich weiterentwickeln möchten, stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Verfügung. Sie können bspw. mit einer Schulung oder einem Seminar Ihr Wissen in den Bereichen Konditorei, Patisserie, Lebensmittelhygiene oder –recht vertiefen. Praxiskurse und theoretische Schulungen für Bäcker/innen bietet z.B. die Lebensmittelakademie an.

Wenn Sie sich für eine höhere berufliche Position in der gewerblichen Erzeugung von Lebensmitteln interessieren, ist der Besuch der Werkmeisterschule für Berufstätige für Bio- und Lebensmitteltechnologie (zweijährig, Abendunterricht) in Wien und Dornbirn eine interessante Option für Sie. Als Werkmeister/in in der Bio- und Lebensmitteltechnologie sind Sie für verantwortungsvolle Positionen in Betrieben der Lebensmittelproduktion qualifiziert. Der Abschluss der Werkmeisterschule erleichtert auch Ihren Zugang zur Meisterprüfung.

Die Möglichkeit, sich auf die Meisterprüfung vorzubereiten, bieten Ihnen die Meisterschule für Müller, Bäcker und Konditoren (Wels/Oberösterreich; Dauer: zehn Monate) und Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung an den WIFIs.

Mit dem Meistertitel in der Tasche können Sie sich mit einer eigenen Bäckerei selbständig machen und dürfen auch andere ausbilden.

Diese Voraussetzungen brauchen Sie für das Bäckerhandwerk:

  • Handwerkliches Geschick
  • Kreativität
  • Technisches Verständnis
  • Hygienebewusstsein
  • Guter Geschmackssinn

 

 Ihr Start in den Bildungspfad

 

Ihr Start in den Bildungspfad 

Abhängig von Ihrer berufliche Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

 

Bäcker/Innen arbeiten in handwerklichen Betrieben (Bäckereien) oder in industriellen Betrieben. Sie stellen nach Rezept verschiedene Backwaren und Brotsorten wie z. B. Roggenbrot, Mischbrot, Weizenbrot oder Spezialbrote (z. B. diverse Vollkornbrotsorten) her. Weiters backen sie auch Semmeln und Formgebäck, Feinbackwaren, Kuchen, Dauerbackwaren wie Zwieback, Hart- und Weichkekse, Salz- und Käsegebäck oder diverse Striezel. Spezielle Arbeitsbereiche sind z. B. Biobackwaren oder Diätbackwaren. Bei ihrer Arbeit verwenden Bäcker/Innen automatische Knet- und Rührmaschinen sowie vollelektronische Backöfen. In größeren Betrieben setzen sie für die Semmel-, Gebäck- und Broterzeugung halb- und vollautomatische Anlagen, sogenannte Semmel- und Brotstraßen, ein.

Die wichtigsten Tätigkeiten von Bäcker/Inne/n sind

  • Teigmischungen für verschiedene Brotsorten händisch und maschinell herstellen: Mehl sieben und wiegen, mit Wasser, Gewürzen und Zusatzstoffen vermischen,
  • die Teigmischungen in der Knetmaschine kneten und den Teig ruhen lassen,
  • die Teige zu Brot, Semmeln, Salzstangerln u. a. Backwaren formen,
  • die Schleifmaschine bedienen (diese zerteilt den Teig in gleich große Stücke),
  • Füllungen für Feinbackwaren herstellen (Strudel, Kipferl, Krapfen usw.),
  • die Backstücke auf gefettete Bleche auflegen, die in Metallgestänge gehängt und anschließend in Gärkammern gebracht werden,
  • das Backgut in vorgeheizte Backöfen einschieben,
  • die Ofenhitze und den Backvorgang kontrollieren,
  • das Backgut aus dem Ofen entnehmen, sortieren und in Körbe schlichten,
  • die Geräte und Maschinen sorgfältig reinigen und für den nächsten Produktionsprozess vorbereiten,
  • die Qualität sowohl der Roh- und Hilfsstoffe als auch der fertigen Erzeugnisse regelmäßig überprüfen,
  • Bestellungen von Roh- und Hilfsstoffen durchführen.Sie
  • Als Werkmeister/in im Bereich Bio- und Lebensmitteltechnologie qualifizieren Sie sich für mittlere Führungsebenen in Industrie- und Gewerbebetrieben.
  • können Meistertätigkeiten im Betrieb wahrnehmen,
  • sind berechtigt, Lehrlinge auszubilden,
  • haben umfassende Kompetenzen in Bezug auf die technischen Aspekte von Ernährung: Produktionsprozesse, Zusammensetzung und Qualitätssicherung.

Als Werkmeister/In im Bereich Bio- und Lebensmitteltechnologie qualifizieren Sie sich für mittlere Führungsebenen in Industrie- und Gewerbebetrieben.

Sie

  • können Meistertätigkeiten im Betrieb wahrnehmen,
  • sind berechtigt, Lehrlinge auszubilden,
  • haben umfassende Kompetenzen in Bezug auf die technischen Aspekte von Ernährung: Produktionsprozesse, Zusammensetzung und Qualitätssicherung.

Als Bäckermeister/In finden Sie in Klein- oder Großbäckereien Beschäftigung, aber auch in Spezial- oder Diätbäckereien, in der Gastronomie und im Catering. Als Selbständige leiten Bäckermeister/Innen ihren eigenen Bäckereibetrieb.

Sie

  • planen die Arbeitsabläufe,
  • bilden Fachkräfte aus,
  • nehmen kaufmännische und verwaltende Aufgaben wahr, verhandeln mit Lieferanten, kalkulieren Angebote,
  • beraten Kund/Inn/en,
  • arbeiten in Handwerksbetrieben selbst mit,
  • üben in der industriellen Produktion hauptsächlich koordinierende und überwachende Tätigkeiten aus,
  • treffen als Selbständige die Personalauswahl und kontrollieren den wirtschaftlichen Erfolg.
[General.ScrollToPageTop_de-DE]