Backtechnologie

Die Jobs von morgen in der Backstube: Backtechnolog/inn/en haben breite Karrieremöglichkeiten

Bild Backtechnologie

Auch in den heimischen Bäckereien hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Das Sortiment hat sich stark vergrößert und neue computergesteuerte Technologien haben in den Backstuben Einzug gehalten. Den geänderten Anforderungen trägt jetzt der Lehrberuf „Backtechnologie“ Rechnung, der das klassische Bäckerhandwerk mit Know-how um modernste Technologien ergänzt.

Backtechnologen/-technologinnen werden hauptsächlich in Großbäckereien der Brot- und Backwarenindustrie ausgebildet und beschäftigt. Neben dem Backen klassischer Backwaren liegen ihre Aufgaben in der Überwachung der automatisierten Maschinen und Anlagen und in der Entwicklung neuer Rezepturen und Teigmischungen im Backlabor.

Dieser Lehrberuf ist daher der ideale Berufseinstieg für alle, die sich über die Basislehre Bäckerei hinaus höherqualifizieren möchten bzw. eine Leitungsfunktion in modernen Handwerksbetrieben anstreben

Trends und Wandel in der Branche

Zahlreiche kleine Bäckereien haben in den letzten Jahren geschlossen, der Wandel geht in dieser Branche eindeutig hin zu mittleren und Großbäckereien, in denen gerade Backtechnolog/inn/en ein Betätigungsfeld finden. Die EDV ist in den meisten Betrieben schon seit längerem fixer Bestandteil bei der Backwarenproduktion. Die Verwiegung der Teigzutaten, Kneten, Abwiegen, Wirken und Tourieren (d.h. das schichtweise Einarbeiten von Ziehfett in einen Grundteig) der Teige werden durch Programme gesteuert und auch viele Backöfen sind mit einer Computersteuerung versehen.

Noch wichtiger als die EDV ist der zunehmende Einsatz moderner Kältetechnik in der Backwarenbranche. Sie bietet viele Vorteile: Der Herstellungsprozess von Backwaren kann ohne Qualitätsverlust unterbrochen werden. Gebäck kann beispielsweise bis zum Teigling vorbereitet, gekühlt oder tiefgefroren und zu einem späteren Zeitpunkt aufgebacken werden. Dadurch wird die Herstellung größerer Produktmengen in einem Arbeitsgang möglich, was die Herstellungskosten senkt. Die Kältetechnik bildet die Grundlage für den Einsatz von Ladenbacköfen: Kund/inn/en können so den ganzen Tag über auf ofenfrische Backwaren zugreifen.

Berufsaussichten

Mit der modernisierten Lehrausbildung, die umfassendes Know-how in Bezug auf die Führung digital gesteuerter Anlagen, moderne Teigführung oder die Entwicklung neuer Produkte im Labor vermittelt, sind die Berufsaussichten von Backtechnolog/inn/en sehr gut. Der Bedarf an diesen gut ausgebildeten Fachkräften wird in den kommenden Jahren stabil bleiben, da der Branchentrend in Richtung mittlere und Großbäckereien geht und diese ein breites, qualitativ hochwertiges Sortiment an Backwaren benötigen, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Die Chance, nach der Ausbildung eine Arbeitsstelle zu finden oder im gleichen Betrieb weiterarbeiten zu können, ist sehr hoch. Und wer sich nach der Lehre noch weiter qualifiziert, sichert seinen Arbeitsplatz auch langfristig ab!

Bildungspfad Backtechnologie im Detail

Der Lehrberuf Backtechnologie trägt den geänderten Anforderungen in modernen Backstuben Rechnung und bereitet Sie optimal auf die Arbeitswelt von morgen vor. Die Lehrausbildung dauert 3,5 Jahre und geht speziell auf die Technologisierung in den Bäckereibetrieben ein. Darüber hinaus arbeiten Lehrlinge jedoch auch an der Entwicklung neuer Rezepturen mit, bekommen einen Einblick in die Qualitätssicherung und lernen Test- und Analyseverfahren zur Bewertung der Produktqualität kennen.

Den Absolvent/inn/en dieses Lehrberufs, die nach einigen Jahren Praxis einen höheren Status im Betrieb erreichen möchten, stehen die WIFI-Werkmeisterschulen mit der Fachrichtung Bio- und Lebensmitteltechnologie offen. Die Ausbildung zum/zur Werkmeister/in ist eine praxisnahe, anerkannte Weiterbildung für Fachkräfte, mit der Sie sich zur mittleren technischen Führungskraft qualifizieren. Als WIFI-Werkmeister/in wird Ihnen die Fachprüfung der Berufsreifeprüfung in vollem Umfang ersetzt. Das WIFI ermöglicht Ihnen auch Vorbereitungslehrgänge für die weiteren Teilprüfungen der Berufsreifeprüfung (Deutsch, lebende Fremdsprache, Mathematik). Mit abgelegter Berufsreifeprüfung haben Sie die Möglichkeit, an einer Universität oder Fachhochschule zu studieren.

Eine passende Vertiefung und Weiterentwicklung für Backtechnolog/inn/en bietet bspw. das Vollzeit-Bachelorstudium Automatisierungstechnik an der FH Oberösterreich, das einen hohen Praxisbezug aufweist. Es vermittelt Ihnen Kompetenzen im Bereich der Entwicklung, Optimierung und Automatisierung von Geräten, die gerade in den Bäckereien der Zukunft wichtig sind. Das 3-jährige Bachelorstudium schließt mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science in Engineering“ (Bsc) ab.

Mit diesen Eigenschaften haben Sie die richtigen Zutaten für eine gelungene Karriere in diesem Berufsfeld:

Zukünftige Backtechnolog/inn/en sollten folgende Fähigkeiten mitbringen:

  • Handgeschicklichkeit
  • Technisches Verständnis
  • Logisch-analytisches Denken 
  • Organisationstalent
  • Fähigkeit zur Teamarbeit
  • Selbstständigkeit
  • Belastbarkeit (Nachtarbeit)

 Ihr Start in den Bildungspfad

 Ihr Start in den Bildungspfad 

Abhängig von Ihrer berufliche Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

 

 

Lehrausbildung Backtechnologie:

Backtechnologinnen und -technologen stellen Backwaren wie Brot, Semmeln, Gebäck her. Dazu wählen sie die erforderlichen Roh- und Hilfsstoffe aus, mischen bzw. kneten den benötigten Teig (Teigherstellung), geben ihm eine bestimmte Form (Tafelarbeit) und backen die geformten Teigstücke (Ofenarbeit). Sie bedienen und überwachen dabei vor allem automatisierte (digitale) Maschinen und Anlagen (z.B. Semmel- und Brotstraßen) und greifen bei Störungen ein.

Sie sind außerdem in der Entwicklung neuer Rezepturen und Optimierung von Arbeitsprozessen tätig. Sie arbeiten dazu beispielsweise an Laboruntersuchungen mit und führen Backversuche durch, um die Einflüsse verschiedener Faktoren auf die Backqualität festzustellen.

Sie arbeiten vorwiegend in industriellen Großbäckereien in Produktionshallen und Labors.

Sie

  • stellen Teigmischungen für verschiedene Brotsorten händisch und maschinell her,
  • formen die Teige zu Brot, Semmeln, Salzstangerln u. a. Backwaren,
  • stellen Füllungen für Feinbackwaren her (Strudel, Kipferl, Krapfen usw.),
  • schieben das Backgut in vorgeheizte Backöfen ein und kontrollieren den Backvorgang,
  • führen digital gesteuerte Anlagen; bedienen und überwachen Mess-, Steuerungs- und Regelungseinrichtungen der Anlagen,
  • lesen Analyseergebnisse (z.B. Formbarkeit und Fließeigenschaften,  Fallzahl,  Säure,  pH-Wert usw.) und leiten daraus ab, wie die Produktionsanlagen in Hinblick auf  Rezepturen eingestellt werden müssen,
  • arbeiten bei der Entwicklung neuer  Rezepturen und Produkte mit,
  • führen Backversuche durch, um die Einflüsse verschiedener Faktoren auf die Gebäckqualität zu prüfen,
  • überprüfen die Qualität sowohl der Roh- und Hilfsstoffe als auch der fertigen Erzeugnisse regelmäßig.

Als Werkmeister/in im Bereich Bio- und Lebensmitteltechnologie qualifizieren Sie sich für mittlere Führungsebenen in Industrie- und Gewerbebetrieben.

Sie

  • können Meistertätigkeiten im Betrieb wahrnehmen,
  • sind berechtigt, Lehrlinge auszubilden,
  • sind berechtigt, selbständig einen entsprechenden Betrieb zu führen,
  • haben umfassende Kompetenzen in Bezug auf die technischen Aspekte von Ernährung: Produktionsprozesse, Zusammensetzung und Qualitätssicherung.

Absolvent/inn/en des Studiums der Automatisierungstechnik sind durch ihre breite Ausbildung in den Bereichen Informatik, Maschinenbau, Fertigungstechnik und Elektronik in der Wirtschaft und Industrie sehr gefragt. Sie arbeiten in Entwicklungsabteilungen, in der Betriebsleitung, im Qualitätsmanagement, in der Produktion oder im technischen Vertrieb.

Zu den Aufgaben von Automatisierungstechniker/inne/n gehören

  • die Entwicklung und Konstruktion neuer Automatisierungssysteme,
  • der Entwurf und die Implementierung von Automatisierungsfunktionen,
  • die Material- und Werkstoffauswahl für die Produktion von Maschinen,
  • die Wartung und Instandhaltung von Maschinen und Anlagen,
  • die Beseitigung von Störungen in automatisierten Systemen,
  • die Abstimmung einzelner Teilsysteme zu einem funktionierenden Gesamtsystem.   
  •  
  •  
  •  
[General.ScrollToPageTop_de-DE]