Tiefbau

Oder: Guter Verdienst, sicherer Arbeitsplatz - als Tiefbauer kommen Sie schnell hoch hinaus

Bild Tiefbau

Tiefbauer/innen legen den Grundstein für erfolgreiche Bauprojekte: sie heben Gruben aus, sorgen für Verbauten und Stützmaßnahmen, verlegen Rohrleitungen und stellen Fundamente, Wände und Mauerwerksteile her. Sie vermessen das Gelände und Bauteile und richten Baustellen ein. Beim Straßen-, Brücken-, Kanal- und Tunnelbau sind diese Fachkräfte ebenso gefragt. Teamwork, technisches Know-how und Überblick für das Ganze werden großgeschrieben, schließlich bedienen Tiefbauer/innen moderne Baumaschinen.

Trends und Wandel in der Branche

3 Trends bestimmen derzeit die Bauwelt: Digitalisierung, Building Information Modelling, kurz BIM, und Nachhaltigkeit. Die Digitalisierung ist ein Megatrend und der Großteil der Bauunternehmen investiert daher in sie. BIM wiederum ist eine Arbeitsweise, die Digitalisierung voraussetzt. Dabei werden alle wichtigen Daten eines Bauwerks digital erfasst, modelliert und verbunden. Es entsteht quasi ein digitaler Zwilling, der die Effizienz bei der Planung, der Errichtung und der Instandhaltung eines Gebäudes deutlich erhöht. Kosten können präzise kalkuliert und Fehler minimiert werden. Für Bauherren bietet BIM daher einen großen Mehrwert.

 Die Umsetzung der dringend notwendigen Nachhaltigkeit im Baubereich wird durch die Digitalisierung unterstützt und vorangetrieben. Ein Beispiel dafür sind Smart Home Systeme, mit denen der Energiebedarf eines Hauses reguliert und an die Bedürfnisse seiner Bewohner angepasst werden kann.

Berufsaussichten

Die Berufsaussichten für Fachkräfte im Tiefbau sind bestens, denn die Infrastrukturinvestitionen in Österreich werden in den kommenden Jahren durch die großen Tunnelprojekte (Semmering, Choralm, Brenner) weiter aufgestockt werden. Die notwendige Modernisierung des Bahnnetzes und der Lückenschluss im Straßenbau werden langfristig gesehen die Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften im Tiefbau deutlich erhöhen. Ein weiterer Sektor, der zukünftig mehr Tiefbauspezialistinnen benötigt, ist die Energiewirtschaft, die  bereits erhebliche Mehrinvestitionen in den Netzausbau und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen angekündigt hat.

Bildungspfad Tiefbau im Detail

Der Einstieg in diesen Bildungspfad erfolgt über die 3-jährige Lehre Tiefbau, die mit der „Baulehre 2020“ komplett neu ausgerichtet wurde. Sowohl inhaltlich als auch bei der Wissensvermittlung wird bei der Lehrausbildung voll auf Digitalisierung gesetzt, um Sie optimal auf die Berufswelt vorzubereiten. Die Ausbildung im Lehrberuf Tiefbau kann seit 1. Jänner 2020 begonnen werden und ersetzt den bisherigen Lehrberuf TiefbauerIn.

Nach erfolgreichem Lehrabschluss sind Sie eine gefragte Bau-Fachkraft in Tiefbauunternehmen und können sich mit einiger Berufserfahrung an einer der österreichischen BAUAkademien zum Vorarbeiter/zur Vorarbeiterin weiterbilden.

Der nächste Karriereschritt besteht im Besuch einer Werkmeisterschule für Bauwesen, die Baufachkräften mit 2 Jahren Praxiserfahrung offensteht: Die Werkmeisterschulen der BAUAkademie und des WIFI können in 4 Semestern berufsbegleitend absolviert werden und bereiten Sie auf mittlere Managementpositionen in der Bauwirtschaft vor. Die Werkmeisterschule für Tiefbau hat dabei die Schwerpunkte Straßenbau, Brückenbau, Wasserbau und Kanalbau.

Die Krönung Ihrer Bau-Karriere kann schließlich in der Weiterqualifizierung zum Baumeister/zur Baumeisterin bestehen. Voraussetzung für die Ausübung des Baumeistergewerbes ist die positive Absolvierung der umfassenden Baumeisterprüfung, für die Ihnen sowohl das WIFI Österreich als auch die BAUAkademie entsprechende Vorbereitungskurse anbieten.

 

Bauberufe sind Berufe mit Körpereinsatz. Kraft, Wendigkeit und Ausdauer, Freude an der Bewegung und keine Angst vor Muskelkater: das sind die Eigenschaften, die zur Ausübung der Tätigkeiten in diesem Berufsfeld unerlässlich sind, denn hier kommt man ins Schwitzen!

Neben einer guten körperlichen Verfassung sollten Sie folgende weitere Eigenschaften mitbringen:

  • handwerkliches Geschick
  • technisches Verständnis
  • Genauigkeit
  • gutes Form- und Raumgefühl.

Lehrausbildung Tiefbau:

TiefbauerInnen sind bei Tiefbauunternehmen beschäftigt. Sie vermessen das Gelände und richten die Baustellen ein. Sie stellen Fundamente, Wände und Mauerwerkteile her, führen sämtliche Betonierarbeiten aus (z. B. die Herstellung von  Schalungen,  Beton und Stahlbetonbauteilen) und verlegen Kabel- und Rohrleitungen in der Erde.

Sie

  • vermessen und nehmen Gelände und Bauteile auf,
  • planen und besprechen den Bauablauf, teilen die Arbeitsschritte ein,
  • richten die Baustelle unter Beachtung von Sicherheitsvorschriften ein und sichern sie ab,
  • heben Gruben und Künetten aus, stellen Stützungen her,
  • bedienen, reinigen und warten Werkzeuge, Geräte und Maschinen (z. B. Schaufeln, Hacken, Sägen, Schweißgeräte, Presslufthämmer, Bohrmaschinen, Betonmischmaschinen),
  • stellen Mörtel und Betonmischungen her,
  • verfüllen und verdichten Bodenmasse,
  • stellen Stahlbetonbauteile mit Schalungen her,
  • stellen Straßenunter- und Straßenoberbauten her,
  • stellen Straßendecken aus  Beton, Asphalt, Schotter etc. her,
  • errichten und sichern Böschungen ab,
  • stellen erdverlegte Kabel- und Rohrleitungen her,
  • beachten Vorschriften des Arbeitsschutzes, Umweltschutzes und der Unfallverhütung.

Als Vorarbeiter/in sind Sie die Führungskraft von Kleinbaustellen oder Teilabschnitten von Großbaustellen. Sie fungieren als Bindeglied zwischen Bauarbeiter/inne/n, dem/der Baupolier/in und der Bauleitung.

Sie

  • planen und organisieren die Arbeitsabläufe,
  • optimieren die Baustellenorganisation,
  • führen und beaufsichtigen die Baufach- und –hilfskräfte,
  • sind für das Zeitmanagement auf der Baustelle verantwortlich,
  • entwickeln rasch Problemlösungen und setzen diese um.

Als angestellte/r Werkmeister/in sind Sie der/die Managerin einer Baustelle oder eines Baustellenabschnitts und haben den Gesamtüberblick bei Bauprojekten. Werkmeister/innen können jedoch auch – nach erfolgreicher Ablegung des Zusatzlehrganges „Unternehmerprüfung“ an einer Werkmeisterschule – den Sprung in die Selbständigkeit wagen oder als gewerbliche Geschäftsführer/innen arbeiten.

Sie

  • führen auf der Grundlage von Plänen Aufträge aus,
  • leiten Ihnen unterstellte Mitarbeiter/innen an und überwachen deren Tätigkeiten,
  • dokumentieren die tägliche Arbeitsleistung und erledigen Regieleistungen,
  • sind verantwortlich für die Einhaltung von Arbeitnehmerschutzvorschriften,
  • sind verantwortlich für die ordnungsgemäße Ausführung der Aufträge,
  • bilden Lehrlinge aus.

Der Umfang des Baumeistergewerbes ist sehr groß. Baumeister sind berechtigt, Bauprojekte im Hoch- und Tiefbau zu planen, zu berechnen, zu leiten und auszuführen. Für die Erlangung der Gewerbeberechtigung ist zusätzlich zur Baumeisterprüfung eine mehrjährige Praxiserfahrung erforderlich. Dadurch verfügen Österreichs Baumeister/innen über eine umfassende Bau-Kompetenz.

Sie

  • führen die Projektentwicklung, -leitung und -steuerung durch, übernehmen die Bauführung,
  • planen, organisieren und koordinieren die Arbeiten aller am Bauprojekt beteiligten Unternehmen (Gewerke),
  • übernehmen als Bauunternehmen selbst Bauarbeiten oder treten als General-unternehmer/in (Schnittstelle zwischen den beteiligten Unternehmen) auf,
  • überwachen den Baufortschritt, prüfen Rechnungen und nehmen Leistungen der beteiligten Professionist/inn/en/ ab,
  • führen den Abbruch von Hochbauten, Tiefbauten und anderen verwandten Bauten durch,
  • führen Tiefbohrungen durch,
  • erstellen Befunde und Gutachten als Sachverständige,
  • kommunizieren mit Baubehörden und vertreten Auftraggeber/innen vor Ämtern und Behörden.
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