Spenglerei

Spenglerei – ein Beruf so vielseitig wie der Werkstoff Metall

 

Als Spengler/in arbeiten Sie an allem rund ums Haus. Ihr breites Aufgabengebiet umfasst die Montage, Instandhaltung, Reparatur und Abdichtung von Entwässerungssystemen, Balkonen, Terrassen und Flachdächern. Des Weiteren erstellen und montieren Sie Dachsicherheitsanlagen und beraten und informieren Ihre Kundschaft. Außerdem stellen Sie Produkte für Haushalt, Gewerbe und Industrie her (z.B. Badewannen, Kessel, Wasserkannen). 

Spenglereibetriebe sind meist auf einen Bereich spezialisiert; dies kann Bauspenglerei, Lüftungsspenglerei, Autospenglerei oder Galanteriespenglerei (ein anderes Wort für Kunstspenglerei) sein.

Trends und Wandel in der Branche

Die Qualität von gutem Handwerk kann nicht hoch genug wertgeschätzt werden. Das merkt man erst, wenn das Dach undicht, die Wände feucht oder Metallteile schlecht gelötet sind.

Der Trend beim Bauen der Zukunft geht in die moderne Architektur mit Flachdach, Dachlandschaften, geneigten Dachflächen über 70° Dachneigung (also Wandflächen und vorgehängte Fassadenkonstruktionen). Hier sind Spengler gefordert, die maßgeblich daran beteiligt sind, die Konstruktionen für eine sehr lange Zeit funktionsfähig zu machen.

Umweltschutz und Energieeffizienz sind auch für die Spenglerei ganz zentrale Trends. In der Sanierung und im Neubau sind Spengler immer häufiger mit dem Einbau von Solar- und Photovoltaikanlagen beschäftigt, eine Entwicklung, die sich in den nächsten Jahren noch deutlich verstärken wird.

Berufsaussichten

Spenglerinnen und Spengler sind vorrangig in Klein- und Mittelbetrieben des Spenglergewerbes beschäftigt. Dieses ist vielseitig und ermöglicht Spezialisierungen in der Bauspenglerei, Lüftungsspenglerei, Autospenglerei oder Galanteriespenglerei. Aber auch Betriebe der Eisen- und Metallwarenindustrie sowie der Maschinen- und Stahlbauindustrie bieten zusätzlich laufend Karrieremöglichkeiten.

Vor allem in der Bau- und Lüftungsspenglerei sind die Beschäftigungsperspektiven sehr positiv, da viele Altstadt- und Althaussanierungen in Auftrag gegeben werden. Angesichts der unverändert guten Auftragslage sind die Zukunftsaussichten im österreichischen Baugewerbe sehr vielversprechend, und Fachkräfte in der Spengler-Branche werden dringend gesucht. Aufgrund ständig neuer Materialien, Verarbeitungsrichtlinien und Normen ist die ständige Aus- und Weiterbildung ein wichtiger Grundpfeiler dieses Berufes.

Bildungspfad Spenglerei im Detail

Der Bildungspfad Spenglerei zeigt ausgehend von der Lehre zwei Entwicklungswege und zahlreiche mögliche Zusatzausbildungen auf. Den Einstieg bildet die Lehrausbildung Spengler/in im dualen System aus Berufsschule und Ausbildung im Betrieb. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre – bei Absolvieren der Doppellehre Spengler/in / Dachdecker/in verlängert sich diese um ein Jahr. Mit der Lehrabschlussprüfung schließen Sie Ihre Lehrausbildung ab und sind eine gefragte Fachkraft.

Wer sich selbständig machen möchte, kann in einem nächsten Schritt die Meisterprüfung für Spengler/innen anstreben. Dafür bieten die WIFIs Vorbereitungskurse an, die aber nicht verpflichtend für den Antritt sind. Als Spenglermeister/in können Sie Ihren eigenen Betrieb führen oder in einem Angestelltenverhältnis verantwortungsvolle Aufgaben auf meisterlichem Niveau übernehmen.

Als Alternative zur Meisterprüfung ist im Bildungspfad auch die Werkmeisterausbildung dargestellt. Hier bietet sich beispielsweise eine Werkmeisterschule für Bauwesen für Berufstätige an. In zwei Jahren absolvieren Sie diese berufsbegleitend und erhalten mit Ihrem Werkmeisterzeugnis auch den Fachbereich der Berufsreifeprüfung ersetzt.

Wenn Sie die gesamte Berufsreifeprüfung absolvieren möchten, können Sie entsprechende Vorbereitungskurse in Mathematik, Englisch und Deutsch Ebesuchen. Die bestandene Berufsreifeprüfung ermöglicht Ihnen nicht nur, ein Studium Ihrer Wahl zu beginnen, Sie können damit auch nach mindestens sechs Jahren facheinschlägiger Berufspraxis ein Zertifizierungsverfahren zur/zum Ingenieur/in bei einer Zertifizierungsstelle absolvieren. Dieser Ingenieurtitel gemäß Ingenieurgesetz (IngG) 2017 ist auf Niveau 6 des NQR zugeordnet und steht damit gleichberechtigt neben der Meisterqualifikation oder einem BA-Abschluss in der akademischen Welt.

Egal, ob Sie sich für den Weg zur/zum Meister/in oder zur/zum Werkmeister/in entscheiden, kommen zahlreiche Zusatzausbildungen für Sie in Betracht – je nachdem, auf welchem Gebiet Sie sich weiter entwickeln möchten: die Palette reicht von Schweißtechniken über CNC-Fertigungsverfahren bis hin zu Photovoltaik und Solartechnik.

Der Bildungspfad Spenglerei ist für Sie besonders interessant, wenn Sie folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Handwerkliches Geschick
  • technisches Verständnis
  • Gleichgewichtsgefühl (Schwindelfreiheit)
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Trittsicherheit
  • Teamfähigkeit

 Ihr Start in den Bildungspfad

 

Ihr Start in den Bildungspfad

Abhängig von Ihrer beruflichen Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

 

Als Spengler/in arbeiten Sie in Spenglereien, in der Bauspenglerei, Lüftungsspenglerei, Autospenglerei oder Galanteriespenglerei, und in metallverarbeitenden Betrieben.

Sie

  • stellen Blechteile für Dächer, Dachrinnen, Gesimse, Kamine, Fassaden, Lüftungen usw. und auch ganze Blechdächer her,
  • bearbeiten Bleche mit Blechscheren und Zangen, mit Schweiß-, Löt- und Nietgeräten bis hin zu CNC-gesteuerten Maschinen,
  • führen Montage-, Reparatur-, Instandhaltungs- und Abdichtungsarbeiten durch,
  • erstellen und montieren Dachsicherheitsanlagen
  • beraten und informieren Ihre Kundinnen und Kunden.

 

Als Spenglermeister/in übernehmen Sie im Handwerksbetrieb die technische und kaufmännische Betriebsführung, wozu die Personalplanung, das Qualitätsmanagement und die Betriebsorganisation gehören. Sie erstellen Angebote und Kostenvoranschläge für die Kund/inn/en, kalkulieren die Kosten und führen die Abrechnung der Kundenaufträge durch. Je nach Größe des Handwerksbetriebes übernehmen Sie selbst fachlich schwierige und anspruchsvolle Aufgaben.

Sie

  • planen die Arbeitsabläufe,
  • leiten Fachkräfte an und organisieren die betriebliche Ausbildung,
  • verhandeln mit Lieferant/inn/en, kalkulieren Angebote und beraten Kund/inn/en,
  • arbeiten selbst praktisch mit, fertigen z.B. kompliziertere Werkstücke an,
  • bestimmen als selbständige Betriebsleiter/inn/en Art und Umfang der Investitionen,
  • entscheiden über die Personalauswahl,
  • kontrollieren den wirtschaftlichen Erfolg.

 

Als angestellte/r Werkmeister/in sind Sie der/die Manager/in einer Baustelle oder eines Baustellenabschnitts und haben den Gesamtüberblick bei Bauprojekten. Werkmeister/innen können jedoch auch – nach erfolgreicher Ablegung des Zusatzlehrganges „Unternehmerprüfung“ an einer Werkmeisterschule – den Sprung in die Selbständigkeit wagen oder als gewerbliche Geschäftsführer/innen arbeiten.

Sie

  • führen auf der Grundlage von Plänen Aufträge aus,
  • leiten Ihnen unterstellte Mitarbeiter/innen an und überwachen deren Tätigkeiten,
  • dokumentieren die tägliche Arbeitsleistung und erledigen Regieleistungen,
  • sind verantwortlich für die Einhaltung von Arbeitnehmerschutzvorschriften,
  • sind verantwortlich für die ordnungsgemäße Ausführung der Aufträge,
  • bilden Lehrlinge aus.

 

Als Ingenieur/in gemäß IngG 2017 verfügen Sie über eine Hochschulreife und daran anschließend mindestens sechs Jahre Berufserfahrung in leitender facheinschlägiger Funktion.

Sie

  • führen Abteilungen oder Teams in Ihrem Fachbereich
  • übernehmen komplexe Projekte etwa in der Bauplanung, der Produktion von Spezialanfertigungen oder der Montage und Wartung komplizierter Anlagen
  • überwachen die Leistungen Ihres Teams und dokumentieren die Arbeitsleistungen
  • entscheiden über Lösungen zu allen Herausforderungen, die in Ihrem Verantwortungsbereich auftreten
  • sind für die Arbeit Ihrer Abteilung nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich verantwortlich.
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