Hochbau

Ihre Baukompetenz als Fundament im Hochbau.

 

Bild Hochbau

Egal ob Wohnhaus, Wolkenkratzer oder Fußballstadion: Immer, wenn etwas gebaut wird, ist Ihr Fachwissen gefragt. Als Hochbauer/in sind Sie ein echter Allrounder und von Anfang an dabei. Bis zur Fertigstellung großer Bauprojekte arbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem Team im Bereich Hoch- und Tiefbau. Sie richten Baustellen ein, ziehen Wände hoch und legen Versorgungsleitungen – natürlich mit der Hilfe von modernster Technik wie z.B. Lasern und Spezial-Computern.

Trends und Wandel in der Branche

„Alles Smart und Grün“ lautet die Devise im Hochbau der Zukunft. Nachhaltiges Bauen ist der aktuelle Megatrend und wird auch auf längere Zeit ein attraktiver Wachstumsmarkt bleiben. Green Building bedeutet, Energie und Wasser wirksam zu nutzen, die Gesundheit der Bewohner zu schützen und die Zerstörung bzw. Verschmutzung der Umwelt zu reduzieren. Umweltfreundliche und schadstoffarme Baumaterialen (wie Ultraleichtbeton) liegen ebenso im Trend wie Maßnahmen, die die Energieeffizienz steigern (Isolierungen und Dämmungen).

Energie-Innovationen werden es ermöglichen, dass in Zukunft immer mehr Gebäude sich selbst mit Energie versorgen oder sogar eine positive Energiebilanz aufweisen. Intelligente Baustoffe (Smart Materials) verhalten sich dynamisch und können sich aufgrund ihrer Beschaffenheit an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Zum Beispiel können in Glaselementen von Fassaden Mikroalgen gezüchtet werden, die durch Photosynthese und Solarthermie Biomasse und Wärme produzieren.

Hohe Wachstumsraten werden vor allem im Smart-Building-Markt prognostiziert. Intelligente Gebäudetechnik bedeutet die Steuerung technischer Systeme wie Aufzugs-, Heizungs-, Licht- und Klimaanlagen oder Zugänge über IKT-Lösungen. Durch Automation kann etwa der Energiebedarf eines Bürogebäudes um bis zu 30% reduziert werden.

Bei den Bauunternehmen selbst liegt die Gebäudedatenmodellierung (Building Information Modelling, kurz BIM) voll im Trend, mit der Prozesse optimiert und Kosten eingespart werden. Dabei wird ein Gebäude als virtuelles 3D-Modell dargestellt. Alle am Bauprozess Beteiligten können auf die gleiche Datenbasis zugreifen, wodurch der Informationsaustausch schneller und effektiver abläuft.

 

Berufsaussichten

Die österreichischen Unternehmen in der Branche Hochbau haben schon längst die Zeichen der Zeit erkannt und sind im Bereich Ökologie im Bau besonders erfolgreich. Bei Bauen mit Holz und dem Einsatz von Holzprodukten wie Fenster, Böden, Möbel sind österreichische Unternehmen international ganz vorn mit dabei. Ebenso bei der Energieeffizienz, dem ökologischen und energiesparenden Bauen (Niedrigenergie, Passivhaus, Plusenergiehaus) und bei der Digitalisierung im Bau. Beste Aussichten also, wenn Sie im Hochbau Karriere machen möchten!

Bildungspfad Hochbau im Detail

Sie starten Ihre Karriere mit der 3-jährigen Lehrausbildung zum/zur Hochbauer/in, die in ihrer neuen, digital ausgerichteten Form seit Jänner 2020 begonnen werden kann. Nach erfolgreichem Abschluss der Lehre können Sie mit der Ausbildung zum/zur Hochbau-Vorarbeiter/in an einer der österreichischen Bauakademien gleich den nächsten Karriereschritt setzen. In diesem 3–wöchigen Lehrgang erweitern Sie Ihr Fachwissen um grundlegende Kenntnisse in der Organisation und Ausführung von Kleinbaustellen und sind als Vorarbeiter/in bereits Führungskraft.

Eine Position im mittleren Management der Bauwirtschaft können Sie anschließend als Absolvent/in einer Werkmeisterschule für Bauwesen mit dem Schwerpunkt Hochbau erreichen. Die österreichischen Werkmeisterschulen gelten als Kaderschmieden im Baugewerbe. Sie vermitteln in 4 Semestern umfassendes Bautechnik- und Baubetriebswissen und legen gerade im Bereich Hochbau den Trends entsprechend ihren Fokus auf Sanierung & Revitalisierung, auf energieoptimiertes Bauen sowie Wärme- und Schallschutz. Der Abschluss einer Werkmeisterschule bildet die ideale Grundlage für weitere Ausbildungen, wie Bauleiter oder Baumeister.

Mit der Weiterqualifizierung zum Bauleiter oder zum Baumeister haben Sie schließlich eine Generalkompetenz fürs Bauen erworben und gehören zu den wichtigsten Führungskräften in der Bauwirtschaft: für zukünftige Bauleiter bieten die BAUakademien einen berufsbegleitenden Lehrgang mit Bauleiter-Zertifikat an und auf die umfassende Baumeisterprüfung (die Voraussetzung für die Gewerbeausübung ist) bereiten Sie zahlreiche Kurse des WIFI Österreich und der BAUakademien optimal vor.

 

Wenn Sie Karriere im Hochbau machen möchten, helfen Ihnen diese Skills:

  • Genauigkeit
  • Technisches Verständnis 
  • Form- und Raumgefühl
  • Gute körperliche Konstitution
  • Ausgeprägtes Gleichgewichtsgefühl
  • Bereitschaft zum Arbeiten im Freien

Ihr Start in den Bildungspfad

Ihr Start in den Bildungspfad

Abhängig von Ihrer beruflichen Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

Lehrausbildung Hochbau:

Hochbauer/innen errichten Bauwerke und Bauwerksteile wie z. B. Wohn- und Bürogebäude, Straßen, Brücken-, und Tunnelanlagen oder Kanal- und Entwässerungsanlagen. Sie arbeiten mit verschiedensten Baumaterialien wie beispielsweise Beton, Mörtel, Ziegeln, Fertigteilen oder Dämmstoffen. Sie sind außerdem für die Wärmedämmung und für das Verputzen von Wänden zuständig. Neben dem Neubau von Bauwerken zählen auch Reparatur-, Restaurierungs- und Umbauarbeiten an Bauwerksteilen zu ihren Aufgaben. Hochbauer/innen werden in Betrieben des Baugewerbes und der Bauindustrie beschäftigt.

Sie

  • richten eine Baustelle ein und sichern sie ab, bauen Arbeitsgerüste auf,
  • transportieren Baumaterialien und Maschinen zur Baustelle,
  • stellen Mörtel und  Beton her (anmischen),
  • heben Fundamente aus und betonieren sie,
  • stellen Mauerwerke aus Ziegel, Natursteinen,  Beton,  Stahlbeton oder Betonfertigteilen auf,
  • stellen Deckenkonstruktionen auf,
  • stellen Fertigteile für Decken, Wände, Stützteile, Pfeiler etc. auf und befestigen sie,
  • errichten Schornsteine, Bögen und Gewölbe, bauen Treppen ein,
  • montieren Isolierplatten und Wärmedämmstoffplatten,
  • führen Innen- und Außenverputzungen durch,
  • stellen Estriche für Fußböden her,
  • führen Abbruch- und Stemmarbeiten durch,
  • führen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an beschädigten oder historischen Bauwerkteilen durch,
  • bedienen, reinigen, pflegen und warten Baumaschinen und –geräte.

Als Vorarbeiter/in sind Sie die Führungskraft von Kleinbaustellen oder Teilabschnitten von Großbaustellen. Sie fungieren als Bindeglied zwischen Bauarbeiter/inne/n, dem/der Baupolier/in und der Bauleitung.

Sie

  • planen und organisieren die Arbeitsabläufe,
  • optimieren die Baustellenorganisation,
  • führen und beaufsichtigen die Baufach- und –hilfskräfte,
  • sind für das Zeitmanagement auf der Baustelle verantwortlich,
  • entwickeln rasch Problemlösungen und setzen diese um.

Als angestellte/r Werkmeister/in sind Sie der/die Managerin einer Baustelle oder eines Baustellenabschnitts und haben den Gesamtüberblick bei Bauprojekten. Werkmeister/innen können jedoch auch – nach erfolgreicher Ablegung des Zusatzlehrganges „Unternehmerprüfung“ an einer Werkmeisterschule – den Sprung in die Selbständigkeit wagen oder als gewerbliche Geschäftsführer/innen arbeiten.

Sie

  • führen auf der Grundlage von Plänen Aufträge aus,
  • leiten Ihnen unterstellte Mitarbeiter/innen an und überwachen deren Tätigkeiten,
  • dokumentieren die tägliche Arbeitsleistung und erledigen Regieleistungen,
  • sind verantwortlich für die Einhaltung von Arbeitnehmerschutzvorschriften,
  • sind verantwortlich für die ordnungsgemäße Ausführung der Aufträge,
  • bilden Lehrlinge aus.

Bauleiter/innen können ihre Tätigkeit auf Seiten des Auftraggebers (Staat, Gemeinden oder Firmen) oder des Auftragnehmers (Bauunternehmen) ausüben. Sie überwachen und steuern Baustellen vom Beginn der Bauarbeiten bis zur Fertigstellung. Sie kontrollieren Termine, Leistungen und Kosten aller Beteiligten eines Bauprojekts.

Bauleiter/innen einer Baufirma

  • kalkulieren die Baukosten, erstellen Angebote und führen Bauabrechnungen durch,
  • leiten die Vorbereitung der Baustelle und überwachen die plangemäße Ausführung bzw. die Qualität aller Arbeiten,
  • koordinieren und kontrollieren die Zulieferung der Baumaterialien und den Maschineneinsatz,
  • sorgen für die Bereitstellung der erforderlichen Arbeitskräfte (Personalplanung),
  • organisieren den Personaleinsatz und kontrollieren den Arbeitsfortschritt vor Ort.
  • Bauleiter/innen eines Auftraggebers
  • sind hauptsächlich mit der Koordination der beteiligten Firmen und der Kontrolle aller Arbeiten hinsichtlich der Einhaltung der Vorgaben (Baugenehmigung, Baupläne, Leistungsbeschreibungen, Kosten, Termine usw.) befasst,
  • führen nach Abschluss der Bauarbeiten die Abnahme der Bauleistungen durch, bestätigen die ordnungsgemäße Ausführung,
  • kontrollieren die Kosten.

Der Umfang des Baumeistergewerbes ist sehr groß. Baumeister sind berechtigt, Bauprojekte im Hoch- und Tiefbau zu planen, zu berechnen, zu leiten und auszuführen. Für die Erlangung der Gewerbeberechtigung ist zusätzlich zur Baumeisterprüfung eine mehrjährige Praxiserfahrung erforderlich. Dadurch verfügen Österreichs Baumeister/innen über eine umfassende Bau-Kompetenz.

Sie

  • führen die Projektentwicklung, -leitung und -steuerung durch, übernehmen die Bauführung,
  • planen, organisieren und koordinieren die Arbeiten aller am Bauprojekt beteiligten Unternehmen (Gewerke),
  • übernehmen als Bauunternehmen selbst Bauarbeiten oder treten als General-unternehmer/in (Schnittstelle zwischen den beteiligten Unternehmen) auf,
  • überwachen den Baufortschritt, prüfen Rechnungen und nehmen Leistungen der beteiligten Professionist/inn/en/ ab,
  • führen den Abbruch von Hochbauten, Tiefbauten und anderen verwandten Bauten durch,
  • führen Tiefbohrungen durch,
  • erstellen Befunde und Gutachten als Sachverständige,
  • kommunizieren mit Baubehörden und vertreten Auftraggeber/innen vor Ämtern und Behörden.
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