Dachdecker/in

Sie wollen jeden Tag hoch hinaus? Dann werden Sie Dachdecker/in – ein Beruf mit besten Aussichten!

Bild Dachdecker

Sie sind schwindelfrei und gerne an der frischen Luft? Wenn Sie sich auch für einen handwerklichen Beruf interessieren, dann könnte eine Ausbildung zum/zur Dachdecker/in die richtige Wahl für Sie sein!

 

Dachdecker/innen sind für das sprichwörtliche „Dach über dem Kopf“ zuständig, d.h. sie führen die verschiedensten Arten von Dacheindeckungen bei Neubauten durch mit Materialien wie Schindeln, Schiefer, Kunststoff, Ziegeln und Betondachziegeln. Sie sanieren und reparieren aber auch bestehende Dächer, sorgen für deren Wind- und Wetterfestigkeit. Zur Dachdeckerarbeit gehören aber auch die Herstellung und Montage von Wärmedämmungen, Fassaden- und Kaminverkleidungen. Die Aufgaben von Dachdeckern sind sehr vielfältig und abwechslungsreich und werden zunehmend auch digitaler: zum Beispiel durch den Einsatz von Drohnen.

Trends

Was den Dachtypus betrifft, so liegen gerade Flachdächer mit ökologischer Dachbegrünung im Trend. Dachdeckerbetriebe sehen vor allem in den von Beton geprägten Ballungsräumen eine steigende Nachfrage nach einer grünen Oase am Dach. Diese ist aber nicht nur bei Wohnimmobilien, sondern auch bei Tiefgaragendächern in Mode gekommen. Mit dem Trend zum Flachdach hat sich die Nachfrage nach Lichtelementen am Dach – wie Lichtbänder und Lichtkuppeln – ebenfalls verstärkt.

Neue Herausforderungen für Dachdecker ergeben sich aus dem Klimawandel: Extreme Wetterlagen werden häufiger und erfordern sturmsichere Dächer bzw. eine bessere Wasserabführung am Dach. Hier gilt es vor allem, präventive Lösungen zu finden, um den Kund/inn/en teure Reparaturen zu ersparen. Dabei können Drohnen (unbemannte Flugobjekte) hilfreich sein, die im Dachdeckerhandwerk zunehmend zum Einsatz kommen. Mit Drohnen lassen sich Schäden am Dach erkennen, ohne selbst hinaufsteigen zu müssen. Sie liefern aber auch detaillierte Aufnahmen, mit denen softwareunterstützt gleich ein komplettes Aufmaß eines Daches gemacht werden kann – in Gestalt eines 3D-Modells.

Berufsaussichten

Dachdecker/in ist ein vielseitiger Handwerksberuf mit sehr guten Jobchancen und Zukunftsaussichten. Aufgrund des Bevölkerungswachstums in den Ballungsgebieten wird die Bautätigkeit voraussichtlich zunehmen und damit weiterhin Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Sanierungen, erhöhte Belastungen durch den Klimawandel sowie die Energiesparbedürfnisse beim Eigenheim werden in Zukunft ebenso für eine gute Auslastung der heimischen Dachdeckerbetriebe sorgen. Schon jetzt klagt die Branche über fehlendes qualifiziertes Personal.

Ständige Bereitschaft zur Weiterbildung wird auch bei diesem Beruf vorausgesetzt: Dachdecker/innen, die an der Schnittstelle von Technik, Bauphysik und Design arbeiten, benötigen ein breit gefächertes Fachwissen, das laufend mit den neuesten technischen Entwicklungen Schritt hält.

Bildungspfad Dachdecker/in im Detail

Den idealen Einstieg in den Bildungspfad Dachdecker/in finden Sie mit der 3–jährigen Lehre in der dualen Ausbildung von Berufsschule und Betrieb. Oder Sie beginnen eine Kombi-Lehre Dachdecker/in / Spengler/in, bei der beide Berufe in der verkürzten Dauer von 4 Jahren erlernt werden können.

Nach dem positiven Abschluss der Lehre und einem Jahr Berufspraxis besteht die Möglichkeit, sich an der Bauakademie Oberösterreich zum/zur Dachdecker-Vorarbeiter/in weiter zu qualifizieren. In diesem berufsbegleitenden Lehrgang erwerben Sie vor allem Qualifikationen als Führungskraft, um Kleinbaustellen organisieren und leiten zu können.

Eine interessante Spezialisierung für Dachdecker/innen bietet auch die Weiterbildung zum/zur zertifizierten Photovoltaik-Techniker/in bzw. –planer/in, die aktuell die WIFIs in den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol anbieten. Dachdecker-Fachkräfte eignen sich in dem Lehrgang gefragtes Spezialwissen zu dieser erneuerbaren Stromerzeugungstechnologie an und verbessern so ihre beruflichen Zukunftsperspektiven.

Die höchste Karrierestufe haben Sie als Dachdecker-Meister/in erreicht. Voraussetzung für die Ausübung des Dachdeckergewerbes ist die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung, auf die Sie spezielle WIFI-Kurse vorbereiten. Bei der Prüfung wird neben fachlichem auch betriebswirtschaftliches Wissen geprüft: Für die Vorbereitung auf dieses Prüfungsmodul bieten Ihnen die Bauakademien einen Intensivlehrgang an. Nach abgelegter Meisterprüfung steht Ihnen der Weg zum/zur Unternehmer/in, Bauleiter/in oder auch als Geschäftsführer/in offen.

Wer sich für den Beruf Dachdecker/in entscheidet, sollte diese Eigenschaften mitbringen:

  • Handwerkliches Geschick
  • Schwindelfreiheit
  • Körperliche Fitness und Wendigkeit
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Gestalterische Fähigkeiten

 Ihr Start in den Bildungspfad

Ihr Start in den Bildungspfad

Abhängig von Ihrer beruflichen Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

 

Dachdecker/innen führen die verschiedensten Arten von Dacheindeckungen sowie alle anfallenden Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an Dächern durch. Sie verlegen Flach- und Steildächer mit Materialien wie Schiefer, Ziegel, Faserzementplatten oder Betondachsteinen und bauen Lichtkuppeln und Dachfenster ein. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Herstellung und Montage von Wärmedämmungen, Fassaden- und Kaminverkleidungen. Sie montieren Dachrinnen, Dachleitern, Blitzschutzanlagen oder Solarsysteme. Dachdecker/innen arbeiten oft gewerkeübergreifend, ihr Berufsbild ist mit dem des Spenglers sehr verwoben.

Sie

  • sichern die Baustelle ab, stellen Gerüste, Dachaufzüge und Mobilkräne auf,
  • stellen Vorrichtungen zum Ableiten von Oberflächenwasser her (z. B. Dachgullys),
  • decken Dächer ab,
  • decken Dächer und Wandflächen mit verschiedenen Deckungsarten und Deckungsmaterialien ein,
  • dichten Flachdächer sowie Balkonen, Terrassen und Parkdecks ab,
  • halten Dächer instand und reparieren sie,
  • bauen Dämmstoffe, Trenn-, Ausgleichs- oder Abdichtungsschichten sowie Dampfsperren und Oberflächenschutz ein,
  • montieren Ein- und Aufbauteile für Dächer und Wände: z. B. Lüfter, Dachfenster, Lichtkuppeln, Dachrinnen, Schneefanggitter, Solaranlagen, Photovoltaikanlagen etc.,
  • arbeiten beim Ein- und Aufbau von Dachsicherungssystemen mit,
  • bereiten Dächer und Fassaden für Begrünung vor (z. B. Abdichten, Trennlagen und Filterlagen herstellen).

Der/die Dachdecker-Vorarbeiter/in leitet auf einer Baustelle die ihm/ihr unterstellten Arbeiter/innen an und weist ihnen Aufgaben zu. Dabei überwacht er/sie den kompletten Arbeitsablauf sowie den Arbeits- bzw. Zeitplan. Er/sie richtet Maschinen oder Anlagen ein und sorgt für deren Wartung, Pflege und Instandhaltung. Die fertiggestellten Arbeiten kontrolliert der/die Vorarbeiter/in auf Vollständigkeit und Qualität, beseitigt Mängel bzw. veranlasst die Mängelbeseitigung. Bei schwierigen Arbeiten unterstützt er/sie die Fach- und Hilfskräfte. Weiterhin erstellt der/die Vorarbeiter/in Protokolle und Abrechnungsunterlagen und vertritt den/die Meister/in, wenn nötig. Zu seinem/ihrem Verantwortungsbereich gehört auch das Überwachen der Arbeitssicherheit und der Arbeitsschutzmaßnahmen.

Die Aufgaben eines/einer Dachdecker-Vorarbeiter/in sind:

  • Anleitung und Führung der Mitarbeiter/innen,
  • Organisierung der Arbeiten und Gewährleistung einer störungsfreien und termingerechten Arbeitsausführung,
  • Unterstützung und Motivation der Mitarbeiter/innen,
  • Bereitstellung von Materialien und Betriebsmitteln,
  • Maschinen- und Anlagenwartung,
  • Erstellung von Protokollen und Abrechnungen,
  • Durchführung von Qualitätsprüfungen,
  • Überwachung der Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften.  

Photovoltaik-Techniker/innen werden am Arbeitsmarkt stark nachgefragt, verzeichnet doch die Photovoltaik als nachhaltige Technologie zur Stromgewinnung jährliche Wachstumsraten von 40%. Ihre Hauptaufgaben sind die Planung, Montage, Wartung und Reparatur von Photovoltaik-Anlagen entsprechend den Wünschen und Anforderungen von Kund/inn/en. Darüber hinaus errichten sie Schnittstellen zu Ladestationen für E-Autos und PV-Wärme und definieren Energie- und Gebäudemanagementsysteme. Sie haben meistens eine Vorausbildung in den Bereichen Elektro- oder Installationstechnik bzw. als PV-Dachdecker/in.

Sie

  • beraten, informieren und betreuen Kund/inn/en/ (Privat- und Firmenkund/inn/en),
  • vereinbaren Beratungstermine, planen den Energiebedarf, erstellen Angebote,
  • liefern Solaranlagen samt Anlagenteilen und Zubehör, montieren sie vor Ort und nehmen sie in Betrieb,
  • führen Wartung, Service und Reparaturen durch,
  • planen und errichten Solarparks/Solarkraftwerke,
  • stellen Prototypen her, führen Simulationen und Tests durch,
  • führen technische Unterlagen und Dokumentationen.

Ein/e Dachdeckermeister/in übernimmt im Handwerksbetrieb die technische und kaufmännische Betriebsführung, wozu die Personalplanung, das Qualitätsmanagement und die Betriebsorganisation gehören. Er/sie erstellt Angebote und Kostenvoranschläge für die Kund/inn/en, kalkuliert die Kosten und führt die Abrechnung der Kundenaufträge durch. Weiters stellen Dachdeckermeister/innen sicher, dass das Material, die Geräte und Gerüste rechtzeitig vor Ort sind, um die termingerechte Abwicklung der Aufträge zu gewährleisten. Je nach Größe des Handwerksbetriebes übernehmen sie selbst fachlich schwierige und anspruchsvolle Aufgaben.

Sie

  • planen die Arbeitsabläufe,
  • leiten Fachkräfte an und organisieren die betriebliche Ausbildung,
  • verhandeln mit Lieferant/inn/en, kalkulieren Angebote und beraten Kund/inn/en,
  • arbeiten selbst praktisch mit, decken z.B. Dächer ein,
  • bestimmen als selbständige Betriebsleiter/inn/en Art und Umfang der Investitionen,
  • entscheiden über die Personalauswahl,
  • kontrollieren den wirtschaftlichen Erfolg.
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