Bodenleger*n

„Handwerk hat goldenen BODEN“

Der Boden prägt einen Raum und bildet die nachhaltige Grundlage für jegliche Raumgestaltung. Bodenleger*innen verlegen Böden in Wohn-, Büro- und Geschäftsräumen. Zu diesem vielseitigen Beruf gehört aber auch die Beratung unterschiedlichster Kund*innen bei der Auswahl und, sofern es sich um einen Altbau oder eine Renovierung handelt, die Entfernung und Entsorgung alter Böden und Beläge. Bodenleger*innen sind auch dafür zuständig, für einen ebenen Untergrund zu sorgen – sofern es sich nicht um ein Kunstobjekt wie zB. das Hundertwasserhaus handelt.

Gegebenenfalls müssen sie auch Unterbodenkonstruktionen erneuern, um einen tragfähigen Untergrund zu schaffen. Weiters sind sie auch die Profis für die adäquate Oberflächenbehandlung. Wenn Sie handwerkliches Geschick mit einem Blick für Gestaltung verbinden, kann dieser Beruf sehr interessant für Sie sein.

Trends & Wandel in der Branche

Das Thema barrierefreies Bauen und Wohnen steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt vieler Diskussionen - geht es doch darum, älteren Menschen ein würdiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Diese neuen Herausforderungen sind auch bereits in der Baubranche angekommen und eröffnen neue Möglichkeiten, Wohn- und Lebensraum neu zu denken. Neben den vielen Gewerken am Bau ist das ein absolut attraktives Betätigungsfeld für BodenlegerInnen.

Ein Trend in Bezug auf Materialien, der sich seit einiger Zeit in vielen Lebensbereichen beobachten lässt, macht auch vor Fußbodenbelägen, Klebern, etc. nicht halt: Die Hinwendung zu umweltfreundlicheren Produkten mit Nachhaltigkeit. Denn Produkte in Innenräumen haben nicht nur immens großen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden, sie beeinflussen auch das Innenraumklima, das möglichst schadstoffrei zum Wohle der Gesundheit sein sollte. Der Nutzungskomfort in Wohn- und Betriebsgebäuden wird durch die gewählten Baumaterialien maßgeblich mitbeeinflusst.

Berufsaussichten

BodenlegerInnen arbeiten in Fachbetrieben des Bodenlegerhandwerkes und in Fachgeschäften für Bodenbeläge oder Raumausstattung.

Die Baubranche boomt, die Zukunft von Fachkräften im Baugewerbe bzw. Bauhilfsgewerbe wird daher als sehr positiv eingeschätzt. Grund dafür ist, dass neu Bauen oder Sanieren nicht nur derzeit en vogue ist, sondern Wohn- und Arbeitsräume unterschiedlichem Nutzerverhalten unterliegen. So lässt sich feststellen, dass zB in ehemaligen aufgelassenen Fabrikshallen Co-Working-Spaces entstehen. Startups, Einzelunternehmer*nnen oder Menschen, denen im Home-Office die „Decke auf den Kopf fällt“, ziehen dort ein. Die neuen Arbeitsformen von New Work wie z.B. Remote Working treiben diese Entwicklungen an und fordern alternative Raum(boden)gestaltung.

Bildungspfad Bodenleger*n im Detail

Der Bildungspfad Bodenleger*in zeigt − als einen möglichen Karriereverlauf − die Entwicklung von der Lehre „Bodenleger / Bodenlegerin“ bis zum Meister bzw. zur Meisterin mit eigenem Unternehmen und dem USP einer akademischen Höherqualifizierung: entweder durch den Abschluss eines Bachelor-Studiums an der New Design University St. Pölten oder durch den erfolgreichen Besuch des akademischen Weiterbildungslehrgangs MSc Angewandtes Unternehmensmanagement der Berufsakademie, der von der FH Wien der WKW in Kooperation mit dem WIFI durchgeführt wird.  

Die Lehrausbildung im dualen System schließt mit der Lehrabschlussprüfung ab. Als logischen nächsten Schritt können Sie nach entsprechender Berufspraxis die Meisterprüfung ablegen. Das WIFI bietet dafür passende Vorbereitungskurse an. Eine einschlägige Weiterbildung für zukünftiges Unternehmertum bietet das WIFI Unternehmer-Training. Der Lehrgang bereitet Sie zudem optimal auf die Unternehmerprüfung – als verpflichtenden Bestandteil Ihrer Meisterprüfung – vor. Ihre positiv abgelegte Meisterprüfung legt den Grundstein für den Weg in die Selbstständigkeit, und der eintragungsfähige Titel Meister „MSt.“ bzw. „MSt.in“ zeigt nicht nur im Namen, sondern auch nach außen den „Meisterbetrieb“.

Wenn Sie sich auch akademisch noch weiter qualifizieren möchten, bieten sich zwei Möglichkeiten für Sie an:

Wenn Sie Ihr handwerkliches Können mit Design verbinden möchten, steht Ihnen der BA-Studiengang „Design, Handwerk & Materielle Kultur“ zur Verfügung. Dieser Studiengang wird von der New Design University NDU in St. Pölten angeboten und steht auch Lehr- bzw. Meisterabsolvent*innen offen. Er dauert 6 Semester – wenn Sie über den Weg Ihrer Berufsausbildung Ihr Studium an der NDU beginnen, absolvieren Sie davor noch ein Ergänzungsmodul zu wissenschaftlichem Arbeiten, das 2 Semester in Anspruch nimmt. Sollte für Sie nach Abschluss Ihres Bachelor-Studiums der Weg in die Selbstständigkeit (noch) nicht in Frage kommen, tut sich ein Aufgabenfeld in der Industrie oder Kreativwirtschaft auf.

Nach bestandener Meisterprüfung und sechs Jahren einschlägiger Berufserfahrung (davon mindestens ein Jahr in Führungsfunktion) können Sie auch mit dem Master-Lehrgang an der Berufsakademie der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien in Kooperation mit den WIFIs starten. Der Lehrgang schließt mit dem akademischen Titel „MSc angewandtes Unternehmensmanagement“ ab. Hier spezialisieren Sie sich in allen Fragen der Unternehmensgründung und -erweiterung.

Eigenschaften, die Personen mitbringen sollten, damit dieser Bildungspfad für sie sinnvoll ist

Wenn Sie sich in den folgenden Eigenschaften wiederfinden, ist dieser Bildungspfad für Sie besonders interessant:

Handwerkliches Geschick
Räumliches Vorstellungsvermögen
gute Auge-Hand-Koordination
Kaufmännisches Verständnis
Organisationstalent
Interesse an Digitalisierung(sprozessen)

In diesen Bildungspfad bieten sich, je nach Ihrer beruflichen Vorerfahrung, folgende Einstiegsmöglichkeiten:

Beschreibung der typischen Tätigkeitsfelder pro Qualifikation im Bildungspfad (nach dem Motto: Wenn ich diese Qualifikation habe, was kann ich dann damit machen?


Ihr Start in den Bildungspfad

Ihr Start in den Bildungspfad

Abhängig von Ihrer beruflichen Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

 

Als Fachkraft mit Lehrabschluss Bodenleger*in arbeiten Sie zumeist in Fachbetrieben des Bodenlegerhandwerkes, in Fachgeschäften für Bodenbeläge oder Raumausstattung.

Sie

  • beraten Kundinnen und Kunden bei der Auswahl des Bodenbelages,
  • messen Räume aus und berechnen den Materialbedarf,
  • legen Teppichböden, Linoleum-, PVC-, Holzböden, Laminatböden etc. in Wohn- und Geschäftsräumen, Krankenhäusern, Altersheimen, etc.
  • stellen einen tragfähigen Untergrund her, entfernen alte Beläge oder sanieren den vorhandenen Unterboden, damit der Bodenbelag fachmännisch verlegt werden kann,
  • wenden die optimale Oberflächenbehandlung an.

Sie

  • können Estriche, Parkett und Bodenbeläge professionell und normgerecht verlegen,
  • verfügen über große handwerkliche Präzision
  • können eigenständig komplexe Aufgaben in Ihrem Fachbereich auf hohem Niveau durchführen,
  • setzen Ihr Fachwissen in der täglichen Praxis um
  • verfügen über unternehmerisches Know-how

Nach Abschluss des Bachelorstudiums Design, Handwerk & Materielle Kultur sind Sie gerüstet für die Selbstständigkeit oder Führungsaufgaben in der (Kreativ)wirtschaft.

Sie

  • erwerben praktische Produktdesign- und Handwerkskompetenzen,
  • wenden betriebswirtschaftliches Wissen an,
  • setzen sich mit »Produkt- und Konsumkultur« und zukunftsdefinierenden Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit und der Digitalisierung auseinander und erfahren dabei, wie Design vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen einem ständigen Wandel unterliegt,
  • kombinieren Ihr Wissen aus dem Bachelorstudium mit handwerklicher Kompetenz.

Als Absolventin bzw. Absolvent des Master-Lehrgangs MSc Angewandtes Unternehmensmanagement können Sie Ihre Karriere als etablierte Unternehmerin bzw. etablierter Unternehmer, Gründerin bzw. Gründer, Jungunternehmerin bzw. Jungunternehmer, oder Nachfolgerin bzw. Nachfolger weiterentwickeln und Ihren Betrieb wirtschaftlich erfolgreich und strategisch nachhaltig aus- und aufbauen.

 

Sie

  • können für Ihr dynamisches Unternehmensumfeld wichtige Rahmenbedingungen erkennen und mit diesen umgehen
  • denken und handeln strategisch
  • können Business Pläne für unterschiedliche unternehmerische Herausforderungen entwickeln – dazu zählen Geschäftsfelderweiterungen, Unternehmensgründungen, Unternehmensexpansion und Unternehmensnachfolge
  • können ein Unternehmen letztverantwortlich führen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren
  • können eine unternehmerische Fragestellung mit wissenschaftlichen Methoden bearbeiten und konkrete Lösungsansätze für Ihr Problem entwickeln.

 

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