Betonbauspezialist

100% karrierefit: BetonbauspezialistInnen stehen alle Türen offen!

Zement, Kies, Sand und Wasser: Bauen Sie Ihre Karriere mit Beton

Der Baustoff Beton liegt wieder voll im Trend. Nicht mehr nur grau, sondern auch farbig, nicht nur im Außenbereich, sondern auch für die Innengestaltung einsetzbar hat sich Beton gewandelt und punktet außerdem mit nachhaltigen Eigenschaften. BetonbauspezialistInnen kombinieren ihr Wissen über die vielen neuen Betontypen mit dem KnowHow moderner Schalungstechnik und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen.

Sie haben sich im Laufe ihrer Ausbildung auf den Bereich Konstruktiver Betonbau oder auf den Bereich Stahlbetonhochbau spezialisiert. Damit gehören sie zu den gefragtesten Fach- und Führungskräften auf den Baustellen der Zukunft, die die hohen Anforderungen der Bauherren erfüllen können.

Trends und Wandel in der Branche

Den Betonbau der Zukunft werden laut ExpertInnenmeinung 2 Schlüsseltechnologien prägen: Carbonbeton und der 3D-Druck. Carbonbeton ist ein Verbundwerkstoff aus Beton und nichtrostenden Carbonfasern, der fester, leichter und vor allem langlebiger ist als herkömmlicher Beton. Der innovative Werkstoff punktet auch mit seinen ressourcenschonenden Eigenschaften: mit Carbonbeton lassen sich bis zu 80% Material und Energie einsparen. Schon jetzt wird diese neue Betonart beim Neubau und der Sanierung von Brücken, von Bahnsteigsystemen und von Industriebauten verwendet.

Die Zukunft der Bauproduktion sehen viele im 3D-Druck. Betonbauteile werden dabei genauso, wie sie digital geplant wurden, von einem 3D-Drucker schichtweise aufgebaut. Die Vorteile dieser neuen Fertigungstechnologie sind beachtlich: es kann schneller und vor allem kostengünstiger gebaut werden, da Schalungs- und Lagerhaltungskosten wegfallen. Und nachhaltiger obendrein, weil die Bauabfälle mit dem 3D-Druck stark reduziert werden können. 3D-gedruckte Gebäude lassen sich außerdem abmontieren und an anderer Stelle wieder aufstellen, was eine längerfristige Nutzung gewährleistet.

Berufsaussichten

Wenn Sie den neuen Lehrberuf BetonbauspezialistIn erfolgreich abgeschlossen haben, sind Sie auf dem neuesten Stand in Bezug auf die modernen Arbeitsweisen und Baustoffe im Betonbau, mit den neuen digitalen Methoden in der Branche vertraut und können sie auch anwenden. Damit sind Sie bestens auf die aktuellen Herausforderungen der Baubranche vorbereitet und können mit einer großen Nachfrage seitens der österreichischen Bauunternehmen rechnen.

Für eine größere Bau-Karriere steht Ihnen nach der Lehre eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten offen – bis hin zum akademischen Abschluss.

Bildungspfad Betonspezialist im Detail

Der optimale Einstieg in diesen Bildungspfad ist für Sie die neue Kaderlehre, die seit Jänner 2020 begonnen werden kann und besonders engagierte und talentierte Lehrlinge auf Führungspositionen vorbereitet. Sie wählen während der 4-jährigen Lehrzeit entweder den Schwerpunkt Konstruktiver Hochbau oder den Schwerpunkt Stahlbetonhochbau. Nach dem Lehrabschluss steht Ihnen eine breite Palette an Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung: Wenn Sie sich für eine Leitungsposition auf der Baustelle interessieren, erhalten Sie bspw. an der Werkmeisterschule ein umfassendes Bautechnikwissen und werden optimal auf die selbständige Führung einer Baustelle vorbereitet. Die Ausbildung an der Werkmeisterschule dauert 4 Semester und erfolgt berufsbegleitend (oder auch im Zuge einer Bildungskarenz).

Der Abschluss an der Werkmeisterschule bildet die ideale Grundlage für weitere Karrieresprünge, wie die zum Bauleiter oder zum Baumeister. Für die Weiterbildung zum/zur Bauleiter/in bieten die BAUakademien und WIFIs einen berufsbegleitenden Lehrgang an, der mit dem Bauleiter-Zertifikat abschließt. Beide Institutionen unterstützen Sie auch bei Ihrer Weiterqualifizierung zum/zur Baumeister/in: Voraussetzung für die Ausübung des Baumeistergewerbes ist nämlich die positive Absolvierung der umfassenden Baumeisterprüfung, für die Ihnen sowohl das WIFI Österreich als auch die BAUAkademie entsprechende Vorbereitungskurse anbieten.

Alternativ können Sie aber nach der Werkmeisterschule auch die Berufsreifeprüfung und danach eine akademische Ausbildung anstreben: Für die Berufsmatura bieten Ihnen die WIFIs ebenso qualitativ hochwertige Vorbereitungskurse an, wobei der Abschluss einer Werkmeisterschule die 4. Teilprüfung ersetzt. Ein dreijähriges Bachelor-Vollzeitstudium zum/zur Bauingenieur kann an der FH Kärnten, am FH Campus Wien und an der FH Joanneum in Graz, aber auch an den Technischen Universitäten Wien und Graz sowie an der Uni Innsbruck begonnen werden. Sie erlangen damit den Titel „Bachelor of Science in Engineering“ (BSc) und können Ihr Wissen in den Masterstudiengängen dann noch weiter vertiefen.

Diese Eigenschaften sollten Sie für den Beruf Betonbauspezialist/in mitbringen:

  • Eine gute körperliche Verfassung
  • Kraft
  • Trittsicherheit
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Technisches Verständnis
  • Sicherheitsbewusstsein
  • Planungsfähigkeit
  • Bereitschaft zur Mobilität

Ihr Start in den Bildungspfad

Ihr Start in den Bildungspfad

Abhängig von Ihrer beruflichen Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

Lehrausbildung Betonbauspezialist/in - Schwerpunkt Konstruktiver Betonbau:

Als Betonbauspezialist/in mit Schwerpunkt Konstruktiver Betonbau sind Sie ExpertIn für die Herstellung von Bauteilen und Bauwerksteilen konstruktiver Bauwerke wie Brücken und andere Wasserbauten. Sie sind eine gefragte Fachkraft mit zusätzlichen Bau-Betriebswirtschaftskenntnissen und arbeiten für Betriebe des Baugewerbes und der Bauindustrie.

Sie

  • setzen Planvorgaben (Lage, Höhe, Material) unter Einbeziehung moderner Vermessungstechnik in die Natur um,
  • berechnen Lohn-, Geräte- und Materialeinsatz
  • richten Baustellen ein und sichern sie ab, prüfen und dokumentieren Vorleistungen,
  • stellen Bauteile, Bauwerksteile und Bauwerke aus Beton, Stahl- und Spannbeton sowie weiteren Baustoffen her, adaptieren sie, halten sie instand und sanieren sie,
  • führen offene Wasserhaltungsmaßnahmen aus,
  • stellen Schalungen (z. B. konventionelle Schalungen, Systemschalungen, Sichtbeton-schalungen) aus verschiedenen Materialien (z. B. Holz, Metall, Kunststoff) für Bauteile aus  Beton und  Stahlbeton her und halten diese instand,
  • stellen Baugruben und Künetten mit Künettenverbau, Flachgründungen her,
  • stellen Proben für die Betonprüfung her,
  • vermessen einfaches Gelände und dokumentieren Vermessungsarbeiten fachgerecht,
  • bauen Rüstungen im konstruktiven Betonbau auch unter Einsatz von Schalwagen auf, setzen sie um und bauen sie wieder ab,
  • versetzen Brückenübergangskonstruktionen und hinterfüllen Bauwerke (z. B. Brückenwiderlager)
  • setzen Beton- und Stahlbetonbauteile instand und sanieren diese.

 

Lehrausbildung Betonbauspezialist/in - Schwerpunkt Stahlbetonhochbau:

Als Betonbauspezialist/in mit Schwerpunkt Stahlbetonbau arbeiten Sie als ExpertIn für die Herstellung von Bauteilen, Bauwerksteilen und Bauwerken im mehrgeschossigen Hochbau und Hallenbau auf Baustellen. Sie besitzen  darüber hinaus spezielle Kenntnisse in den  Bereichen Versetzen von (Ein-)Bauteilen, Anschlussmauerwerk, Aufstellen von Leichtbauwänden sowie Trockenbauarbeiten. Beschäftigungsmöglichkeiten finden Sie in Betrieben des Baugewerbes und der Bauindustrie.

Ihre Hauptaufgaben sind

  • Bauteile aus Beton und Stahlbeton (z.B. Fassadenelemente, Verblendungen) montieren und versetzen (einbauen),
  • Anschlussmauerwerk und Verbindungen herstellen,
  • Fertigteildecken und vorgefertigte Stahlbetonbauteile verlegen,
  • verschiedenartige Wände aus unterschiedlichen Baustoffen herstellen,
  • Estriche mit erforderlichen Aufbauten herstellen,
  • Rauchfänge, Abgasfänge und Lüftungen bauen,
  • Treppen herstellen,
  • Leichtbauwände aufstellen,
  • Trockenbauarbeiten: Montagewände, Vorsatzschale und Montagedecken einbauen, montieren, dämmen und verspachteln,
  • Dämmstoffe für Wärme-, Schall- und Brandschutz einbauen,
  • Einbauteile wie Fenster und Türen einbauen,
  • Innen- und Außenflächen verputzen,
  • Durchbruch- und Abbrucharbeiten, Auswechseln und Abtragen nichttragender und tragender Bauteile.

Als angestellte/r WerkmeisterIn sind Sie der/die Managerin einer Baustelle oder eines Baustellenabschnitts und haben den Gesamtüberblick bei Bauprojekten. WerkmeisterInnen können jedoch auch – nach erfolgreicher Ablegung des Zusatzlehrganges „Unternehmerprüfung“ an einer Werkmeisterschule – den Sprung in die Selbständigkeit wagen oder als gewerbliche GeschäftsführerInnen arbeiten.

Sie

  • führen auf der Grundlage von Plänen Aufträge aus,
  • leiten Ihnen unterstellte MitarbeiterInnen an und überwachen deren Tätigkeiten,
  • dokumentieren die tägliche Arbeitsleistung und erledigen Regieleistungen,
  • sind verantwortlich für die Einhaltung von Arbeitnehmerschutzvorschriften,
  • sind verantwortlich für die ordnungsgemäße Ausführung der Aufträge,
  • bilden Lehrlinge aus.

Bauleiter können ihre Tätigkeit auf Seiten des Auftraggebers (Staat, Gemeinden oder Firmen) oder des Auftragnehmers  (Bauunternehmen) ausüben. Sie überwachen und steuern Baustellen vom Beginn der Bauarbeiten bis zur Fertigstellung. Sie kontrollieren Termine, Leistungen und Kosten aller Beteiligten eines Bauprojekts.

Bauleiter einer Baufirma

  • kalkulieren die Baukosten, erstellen Angebote und führen Bauabrechnungen durch,
  • leiten die Vorbereitung der Baustelle und überwachen die plangemäße Ausführung bzw. die Qualität aller Arbeiten,
  • koordinieren und kontrollieren die Zulieferung der Baumaterialien und den Maschineneinsatz,
  • sorgen für die Bereitstellung der erforderlichen Arbeitskräfte (Personalplanung),
  • organisieren den Personaleinsatz und kontrollieren den Arbeitsfortschritt vor Ort.

Bauleiter eines Auftraggebers

  • sind dagegen hauptsächlich mit der Koordination der beteiligten Firmen und der Kontrolle aller Arbeiten hinsichtlich der Einhaltung der Vorgaben (Baugenehmigung, Baupläne, Leistungsbeschreibungen, Kosten, Termine usw.) befasst,
  • führen nach Abschluss der Bauarbeiten die Abnahme der Bauleistungen durch, bestätigen die ordnungsgemäße Ausführung,
  • kontrollieren die Kosten.

Der Umfang des Baumeistergewerbes ist sehr groß. Baumeister sind berechtigt, Bauprojekte im Hoch- und Tiefbau zu planen, zu berechnen, zu leiten und auszuführen. Für die Erlangung der Gewerbeberechtigung ist zusätzlich zur Baumeisterprüfung eine mehrjährige Praxiserfahrung erforderlich. Dadurch verfügen Österreichs Baumeister über eine umfassende Bau-Kompetenz.

Sie

  • führen die Projektentwicklung, -leitung und -steuerung durch, übernehmen die Bauführung,
  • planen, organisieren und koordinieren die Arbeiten aller am Bauprojekt beteiligten Unternehmen (Gewerke),
  • übernehmen als Bauunternehmen selbst Bauarbeiten oder treten als General-unternehmer/in (Schnittstelle zwischen den beteiligten Unternehmen) auf,
  • überwachen den Baufortschritt, prüfen Rechnungen und nehmen Leistungen der beteiligten Professionisten/Professionistinnen ab,
  • führen den Abbruch von Hochbauten, Tiefbauten und anderen verwandten Bauten durch,
  • führen Tiefbohrungen durch,
  • erstellen Befunde und Gutachten als Sachverständige/r,
  • kommunizieren mit Baubehörden und vertreten AuftraggeberInnen vor Ämtern und Behörden.
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