Betonbau

Sie möchten etwas Dauerhaftes erschaffen? Dann werden Sie Betonbauer/in!

Bild Betonbau

Wollen Sie an tollen Großprojekten beteiligt sein, Staudämme, Brücken, Hochhäuser und Industriebauten bauen? Als Betonbauer/in können Sie Ihre (Bau)Träume verwirklichen. Denn Beton ist überall. Sie sind Spezialist/in für diesen vielfältigen Baustoff und damit ein wichtiger Teil der Baustelle. Sie fertigen aus der grauen Betonmasse ganze Bauteile für den Hoch- und Tiefbau oder auch den Wasser- und Brückenbau. Oder stellen Betonfertigteile her und verlegen diese. Dank Ihres Know-hows entstehen Bauwerke für die Ewigkeit!

Trends und Wandel in der Branche

Beton ist als Multitalent der Baustoff unserer Zeit – mit einer langen Erfolgsgeschichte. Schon die alten Römer haben aus einem Vorläufer des heutigen Betons komplette Häuser gebaut. Im Prinzip hat sich die Herstellung von Beton wenig verändert. In den letzten 200 Jahren wurden aber verschiedenste Betonarten mit unterschiedlichen Bestandteilen und Beimischungen entwickelt. Beton ist aufgrund seiner zahlreichen positiven Eigenschaften – sehr hohe Druckbeständigkeit, gute Schalldämmung, hoher Feuerwiderstand, beliebige Formbarkeit u.v.m. – konkurrenzlos. Er ist der meistgenutzte Baustoff der Welt und seine Einsatzgebiete vergrößern sich nach wie vor. Doch zur Herstellung von Beton benötigt man geeigneten Sand, der mittlerweile knapp wird.

Ein weiteres Problem ist die schlechte CO2 Bilanz des Baustoffs, denn bei der Herstellung von Beton wird viel Kohlendioxid freigesetzt, das den Treibhauseffekt deutlich verstärkt. Eine Lösung dieser Probleme erwartet sich die Betonindustrie von dem neuen Verbundwerkstoff Textil (Carbon-)beton. Textilbeton ist eine Verbindung aus Beton und Kohlenstofffasern und verfügt über mehr Festigkeit, Langlebigkeit und Leichtigkeit als herkömmlicher Beton. Eine andere innovative Art von Verbundwerkstoff ist Holzbeton, bei dem Sägemehl anstelle von Kies und Sand in den Zement gemischt wird. Holzbeton ist dadurch wesentlich leichter als z.B. Stahlbeton.

Berufsaussichten

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind auch bei diesem Bauberuf sehr gut, denn das Know-how von Betonbauer/inne/n ist überall auf dem Bau gefragt. Auch wenn die Konjunktur öfter mal schwankt - gebaut wird immer. Gerade wenn Sie Ihre Baukarriere mit dem Lehrberuf Betonbauer/in starten, sind die beruflichen Möglichkeiten danach so vielfältig wie Beton. Auch die Bezahlung in der Baubranche kann sich sehen lassen: Schon als Lehrling verdienen Sie im Vergleich zu anderen Branchen ausgezeichnet, und auch später liegt das Gehalt der Bauberufe über dem Durchschnitt.

Bildungspfad Betonbau im Detail

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Die Lehre Betonbau bildet das richtige Fundament für Ihre Baukarriere. Die Lehrausbildung, die seit 2020 noch mehr an die Bedürfnisse der Berufswelt angepasst ist, dauert 3 Jahre. Wer sich für eine Doppellehre (eine Kombination aus 2 Lehrberufen) entscheidet, für den verlängert sich die Ausbildung um ein weiteres Jahr. Die Weiterbildungsmöglichkeiten nach dem Lehrabschluss sind vielfältig: Mit 2 Jahren Berufspraxis können Sie sich bspw. an der Werkmeisterschule für Bauwesen auf die Bereiche Hoch-, Tief- oder Holzbau spezialisieren und zur Führungskraft weiterqualifizieren. Die Ausbildung dort dauert 4 Semester und erfolgt berufsbegleitend. Der Abschluss an der Werkmeisterschule eignet sich hervorragend als Sprungbrett für weitere Karriereschritte: so steht Ihnen danach mit insgesamt 3 Jahren facheinschlägiger Berufserfahrung die Fortbildung zum/zur Bauleiter/in – einer der wichtigsten Führungspositionen in der Bauwirtschaft – offen. Als Werkmeister/-in wird Ihnen aber auch die Fachprüfung der Berufsreifeprüfung in vollem Umfang anerkannt. Mit abgelegter Berufsreifeprüfung können Sie an der Universität ein Studium Ihrer Wahl beginnen. Wenn Sie den Werkmeister und die Berufsreifeprüfung in der Tasche haben und zusätzlich 6 Jahre Praxis vorweisen können, besteht für Sie auch die Möglichkeit, den Ingenieurstitel zu beantragen.

Ganz oben auf der Karriereleiter sind Sie angelangt, wenn Sie sich zur/zum Baumeister/in weiterbilden. Voraussetzung für die Ausübung des Baumeistergewerbes ist die positive Absolvierung der umfassenden Baumeisterprüfung, für die Ihnen sowohl das WIFI Österreich als auch die BAUAkademie entsprechende Vorbereitungskurse anbieten. Mit diesem großen Karriereschritt haben Sie anschließend die Berechtigung, in der Baubranche unternehmerisch tätig zu werden.

 

Betonbauer/in ist ein körperlich sehr stark fordernder Beruf. Neben einer guten körperlichen Verfassung sollten Sie aber auch folgende Eigenschaften mitbringen:

  • handwerkliches Geschick
  • technisches Verständnis
  • Genauigkeit
  • Bereitschaft zur Teamarbeit
  • Freude an der Arbeit im Freien
  • ein gutes Form- und Raumgefühl

 Ihr Start in den Bildungspfad

 

Ihr Start in den Bildungspfad

Abhängig von Ihrer beruflichen Vorerfahrung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten in diesen Bildungspfad:

 

Betonbauer/innen arbeiten auf Baustellen im Wohnungsbau, im Industrie- oder Brückenbau. Sie fertigen nach technischen Plänen  Schalungen an und befüllen sie mit  Beton oder  Stahlbeton. Nach dem Härten des Betons entfernen sie die  Schalungen und reinigen sie. Außerdem stellen sie Fertigteile aus  Beton her und verlegen diese.

Sie

  • lesen Bau- und Montagepläne und setzen die Planvorgaben um,
  • richten Baustellen ein, sichern sie ab und prüfen Vorleistungen,
  • stellen Baugruben, Künetten und Flachgründungen her,
  • stellen Schalungen aus Holz, Metall oder Kunststoff für Betonbauteile her,
  • schneiden Beton- und Baustahl zu,
  • biegen Stahlstäbe mit Handbiegemaschinen oder elektrischen Biegemaschinen und verschweißen sie zu Baustahlgittern,
  • füllen Schalungen mit flüssigem  Beton aus,
  • verdichten, glätten und gleichen Betonflächen aus, schützen sie beim Erhärten und behandeln sie nach,
  • sanieren Beton- und Stahlbetonbauteile und halten sie instand,
  • stellen Fertigteile her und verlegen sie.

Als angestellte/r Werkmeister/in sind Sie der/die Manager/in einer Baustelle oder eines Baustellenabschnitts und haben den Gesamtüberblick bei Bauprojekten. Werkmeister/innen können jedoch auch – nach erfolgreicher Ablegung des Zusatzlehrganges „Unternehmerprüfung“ an einer Werkmeisterschule – den Sprung in die Selbständigkeit wagen oder als gewerbliche Geschäftsführer/innen arbeiten.

Sie

  • führen auf der Grundlage von Plänen Aufträge aus,
  • leiten Ihnen unterstellte MitarbeiterInnen an und überwachen deren Tätigkeiten,
  • dokumentieren die tägliche Arbeitsleistung und erledigen Regieleistungen,
  • sind verantwortlich für die Einhaltung von Arbeitnehmerschutzvorschriften,
  • sind verantwortlich für die ordnungsgemäße Ausführung der Aufträge,
  • bilden Lehrlinge aus.

Bauleiter/innen können ihre Tätigkeit auf Seiten des Auftraggebers (Staat, Gemeinden oder Firmen) oder des Auftragnehmers (Bauunternehmen) ausüben. Sie überwachen und steuern Baustellen vom Beginn der Bauarbeiten bis zur Fertigstellung. Sie kontrollieren Termine, Leistungen und Kosten aller Beteiligten eines Bauprojekts.

Bauleiter/innen einer Baufirma

  • kalkulieren die Baukosten, erstellen Angebote und führen Bauabrechnungen durch,
  • leiten die Vorbereitung der Baustelle und überwachen die plangemäße Ausführung bzw. die Qualität aller Arbeiten,
  • koordinieren und kontrollieren die Zulieferung der Baumaterialien und den Maschineneinsatz,
  • organisieren den Personaleinsatz und kontrollieren den Arbeitsfortschritt vor Ort.
  • Bauleiter/innen eines Auftraggebers
  • sind dagegen hauptsächlich mit der Koordination der beteiligten Firmen und der Kontrolle aller Arbeiten hinsichtlich der Einhaltung der Vorgaben (Baugenehmigung, Baupläne, Leistungsbeschreibungen, Kosten, Termine usw.) befasst,
  • führen nach Abschluss der Bauarbeiten die Abnahme der Bauleistungen durch, bestätigen die ordnungsgemäße Ausführung,
  • kontrollieren die Kosten.

Der Umfang des Baumeistergewerbes ist sehr groß. Baumeister/innen sind berechtigt, Bauprojekte im Hoch- und Tiefbau zu planen, zu berechnen, zu leiten und auszuführen. Für die Erlangung der Gewerbeberechtigung ist zusätzlich zur Baumeisterprüfung eine mehrjährige Praxiserfahrung erforderlich. Dadurch verfügen Österreichs Baumeister/innen über eine umfassende Bau-Kompetenz.

Sie

  • führen die Projektentwicklung, -leitung und -steuerung durch, übernehmen die Bauführung,
  • planen, organisieren und koordinieren die Arbeiten aller am Bauprojekt beteiligten Unternehmen (Gewerke),
  • übernehmen als Bauunternehmen selbst Bauarbeiten oder treten als General-unternehmer/in (Schnittstelle zwischen den beteiligten Unternehmen) auf,
  • überwachen den Baufortschritt, prüfen Rechnungen und nehmen Leistungen der beteiligten Professionist/inn/en ab,
  • führen den Abbruch von Hochbauten, Tiefbauten und anderen verwandten Bauten durch,
  • führen Tiefbohrungen durch,
  • erstellen Befunde und Gutachten als Sachverständige,
  • kommunizieren mit Baubehörden und vertreten Auftraggeber/innen vor Ämtern und Behörden.
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